Parallele Ereignisse

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robertp Avatar

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Das Titelbild zeigt eine sitzende Frau, auf dem Schoß einige Bücher haltend. Das Bild ist schwarz-weiß, die Weste wirkt altmodisch, Rock und Schuhe sind Retro. Die langen Haare flattern im Wind, die Frau scheint sich nicht wohl zu fühlen. Schaut man genauer sind die Bücher, die von beiden Händen festgehalten werden, völlig ungelesen (rein weiß). Sie wirken wie eine Barriere gegenüber dem Fotografen und mir dem Betrachter. Hat sie Zweifel, will sie nicht fotografiert werden?
Der Roman fängt ja gleich stark an. Ehe man sich noch an die Freundin von Tilla gewöhnen kann, ist diese auch schon wieder verschwunden. Rena, Tilla weiß nicht ob das eine Abkürzung ist, oder der tatsächliche Name, hat nur ihren Namen hinterlassen. Tilla beginnt eine Suche nach der Freundin, die für sie auch mehr sein könnte – wie man zwischen den Zeilen lesen kann.
Angesiedelt in den frühen 50iger Jahren in der DDR sind die Nachkriegsschäden überall zu finden. An den Gebäuderuinen ebenso wie an den Menschen. Den Männern fehlt meist etwas, üblicherweise eine Extremität also Arm oder Bein. Manche haben aber zu viel - etwa Gedanken an das Grauen der Konzentrationslager, wie Tillas Vater.
Gleichzeitig mit dem Verschwinden der Freundin findet sich eine Leiche am See, dem geheimen Treffpunkt der jungen Frauen. Als Tilla den Fund meldet zeigt sich wenig Interesse bei der Polizei, wohl, weil sich der Tod (in allen Varianten) noch in allen Köpfen allgegenwärtig ist.
Eine Geschichte die spannend beginnt, angesiedelt in einer Zeit aus der nicht viel berichtet wird und aus Raum, einem Land, das sich abgespaltet hat und seine eigene Historie schreibt. Eine Protagonistin, die Hausfrau spielt, aber studieren und eigenständig sein möchte. Die sich Rena zugeneigt fühlt, aber gleichzeitig (sie weiß es nicht) schon verlobt ist. Wieviel ist in dieser Person noch zu entdecken und hat das Geheimnis von Rena etwas mit der Toten zu tun?