Tragisch, packend - und wichtig für das Verständnis ostdeutscher Geschichte
Eva Kranenburg kratzt an der Oberfläche und gräbt tief. Das hat sie schon mit ihrem bewegenden Jugendbuch "Freund" bewiesen, an dem sie zu schreiben begann, als Russland die Ukraine überfiel und sie krank im Bett lag. Mit anderen Worten: Die Autorin ist weder zimperlich noch selbstmitleidig.
Als Psycho- und Traumatherapeutin coacht sie Flüchtlinge aus der Ukraine.Zudem - und darin in sie wohl eine Ausnahme, hat sie Drehbuchautorin diverse Preise gewonnen. Ihr neuestes Buch "Falls jemand fragt, wer wir waren" setzt sich erstmalig belletristisch mit dem Schicksal Ostdeutscher in der Zeit der SED-Diktatur auseinander.
In der Tat, die Frage, wie weit man graben darf in der eigenen Familienbiografie, ist speziell in Ostdeutschland (ich lebe und arbeite in Görlitz, der östlichsten Stadt Deutschlands) auch dreieinhalb Jahrzehnten nach der Wende überwiegend ein Tabuthema. Am 17. Juni 1953 war Görlitz die einzige deutsche Stadt, die sich vollständig von der Herrschaft des Kommunismus befreite - zumindest für einen halben Tag, bis die Russischen Truppen hier einmarschierten.
Eva Kranenburgs Roman beginnt im Mai 1953, einer ostdeutschen Arbeiterstadt, ebenfalls revoltierte. Zu gerne würde ich das komplette Buch lesen - und rezensieren - denn die ganze Sache endete tragisch. Zeitzeugen sind weitgehend verstummt bzw. eingeschüchtert, wie beispielsweise hier in Görlitz, wo nach dem gescheiterten Volksaufstand Todesurteile ausgesprochen wurde und ganze Familien von Bürgerrechtlern in Sippenhaft genommen wurden.
Als Psycho- und Traumatherapeutin coacht sie Flüchtlinge aus der Ukraine.Zudem - und darin in sie wohl eine Ausnahme, hat sie Drehbuchautorin diverse Preise gewonnen. Ihr neuestes Buch "Falls jemand fragt, wer wir waren" setzt sich erstmalig belletristisch mit dem Schicksal Ostdeutscher in der Zeit der SED-Diktatur auseinander.
In der Tat, die Frage, wie weit man graben darf in der eigenen Familienbiografie, ist speziell in Ostdeutschland (ich lebe und arbeite in Görlitz, der östlichsten Stadt Deutschlands) auch dreieinhalb Jahrzehnten nach der Wende überwiegend ein Tabuthema. Am 17. Juni 1953 war Görlitz die einzige deutsche Stadt, die sich vollständig von der Herrschaft des Kommunismus befreite - zumindest für einen halben Tag, bis die Russischen Truppen hier einmarschierten.
Eva Kranenburgs Roman beginnt im Mai 1953, einer ostdeutschen Arbeiterstadt, ebenfalls revoltierte. Zu gerne würde ich das komplette Buch lesen - und rezensieren - denn die ganze Sache endete tragisch. Zeitzeugen sind weitgehend verstummt bzw. eingeschüchtert, wie beispielsweise hier in Görlitz, wo nach dem gescheiterten Volksaufstand Todesurteile ausgesprochen wurde und ganze Familien von Bürgerrechtlern in Sippenhaft genommen wurden.