17.Juni

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pewie Avatar

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Tilla sucht ihre beste Freundin, Rena war diejenige mit der sie ohne Vorbehalte über alles reden konnte. Über den Vater, Roman den Jungen der sie beschützt, der sie mag aber den sie nicht küssen möchte, über die Schule, über das Leben in der jungen DDR. Je mehr Tilla über Rena erfährt, bzw. nicht erfährt. Denn alles was sie bisher wusste war eine Lüge, aber warum? Mit jeder Frage zu Rena, hinterfragt Tilla auch ihr eigenes Leben, ihre Ansichten stehen auf dem Prüfstand. Das Bild was sie bis jetzt von Halle der Stadt, dem Sozialismus, dem Staat und sein Personenkult, alles gerät in Zweifel.
Ich habe den 17. Juni noch als Feiertag als den "Tag der deutschen Einheit" erlebt. Daher war für mich das Thema nicht fremd.
Die Menschen des 17. Juni wurden wieder lebendig. Das Wissen um ihre Hoffnungen und dann die Enttäuschungen waren für mich sehr gut dargestellt. Vor allem die Tiefe der Gefühle und Gedanken waren beeindruckend. Das haben wir anscheinend dem beruflichen Werdegang der Autorin zu verdanken. Es wurden nicht nur die Geschehnisse von damals erzählt. Thema waren die Gefühle, Gedanken eines jungen Mädchens das verhältnismäßig behütet aufwächst und dessen Vater trotz seiner Vergangenheit, für die Tochter immer ein offenes Ohr hat. Vielleicht ein zu offenes, denn sein aktueller Beruf als Stasioffizier zeigt zwei Seiten seiner Persönlichkeit.
Die Autorin beschreibt das Erwachen eines jungen kritischen Verstands, durch die Umstände etwas schneller als normal. Die Geschichte springt in den Monaten vor und während des Aufstands hin und her. Daher erleben wir Leser diese Entwicklung bis zu ihrem Höhepunkt sehr dicht am Geschehen mit.
Ich hätte mir einen kleinen Ausblick auf die Jahre danach gewünscht. Denn so wie die Autorin kann ich die Geschichte in meinem Kopf nicht weiterspinnen.
Beim Fall der Mauer wären die Protagonisten Anfang 50 gewesen. Was hätten sie empfunden oder was haben Zeitzeugen von beiden Ereignissen empfunden wenn sie die Ereignisse miteinander vergleichen würden.