Der Arbeiteraufstand in der DDR 1953
Mit "Falls jemand fragt, wer wir waren" hat Eva Kranenburg einen historischen Roman veröffentlicht, dessen Thema in der Literatur bisher wenig Beachtung gefunden hat: Der 17. Juni 1953, der bis 1990 auch hier ein Feiertag war und danach durch den 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit abgelöst wurde.
Halle/Saale im Jahr 1953: Anlässlich der Parade zum Tod Stalins lernt Mathilde (Tilla) die quirlige und schlagfertige Rena kennen. Sie werden Freundinnen, aber eines Tages verschwindet Rena spurlos. Als Tilla nach ihr sucht, stellt sie fest, dass Rena ihr über sich offensichtlich nicht die Wahrheit gesagt hat: Ihre angebliche Mutter hat gar keine Kinder, das Haus in dem sie wohnt, ist eine Ruine. Tilla, die vom Sozialismus überzeugt ist, sucht verzweifelt nach Rena und Tilla stellt bald fest, dass in der jungen DDR nicht alles so ist, wie propagiert wird. Und dann gerät sie in den Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953 und sie muss sich entscheiden: Für die Wahrheit? Für Rena? Tilla muss sich auch mit der Frage konfrontieren, woran sie eigentlich glaubt.
Der Roman hat mich sofort eingefangen und nicht mehr losgelassen. Die Autorin wurde von ihrer eigenen Familiengeschichte inspiriert und erklärt im Nachwort sehr genau, was in in ihrem Roman Tatsache und was Fiktion ist. Ich empfehle, dieses Nachwort (Historischer Kontext) auf jeden Fall zu lesen. Der Schreibstil ist gut lesbar, die beiden Hauptprotagonistinnen sind mir schnell ans Herz gewachsen. Tilla ist zuweilen etwas naiv, aber die beiden sind auch noch sehr jung. Besonders haben mich die Schilderungen über die Umweltsituation im damaligen Halle berührt, die Luft und die mit Chemieabfällen aus Leuna verseuchte Saale. Kranenburg greift in ihrem Roman viele Themen auf, angefangen von Konzentrationslagern bis zur Staatssicherheit. Trotzdem gelingt es ihr sehr gut, den Roman nicht zu schwer zu machen und ihn nicht zu überfrachten. Einmal angefangen, wollte ich den Roman auch nicht mehr weglegen. Für mich hat sich die Lektüre gelohnt, da sie ein Thema aufgreift, das wohl die wenigsten Lesenden miterlebt haben, egal ob in der damaligen DDR oder im Westen.
Sehr sehr gute 4 Sterne für diesen Roman und eine Empfehlung an Lesende, die sich auch für DDR-Zeiten außerhalb des Mauerbaus interessieren.
Halle/Saale im Jahr 1953: Anlässlich der Parade zum Tod Stalins lernt Mathilde (Tilla) die quirlige und schlagfertige Rena kennen. Sie werden Freundinnen, aber eines Tages verschwindet Rena spurlos. Als Tilla nach ihr sucht, stellt sie fest, dass Rena ihr über sich offensichtlich nicht die Wahrheit gesagt hat: Ihre angebliche Mutter hat gar keine Kinder, das Haus in dem sie wohnt, ist eine Ruine. Tilla, die vom Sozialismus überzeugt ist, sucht verzweifelt nach Rena und Tilla stellt bald fest, dass in der jungen DDR nicht alles so ist, wie propagiert wird. Und dann gerät sie in den Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953 und sie muss sich entscheiden: Für die Wahrheit? Für Rena? Tilla muss sich auch mit der Frage konfrontieren, woran sie eigentlich glaubt.
Der Roman hat mich sofort eingefangen und nicht mehr losgelassen. Die Autorin wurde von ihrer eigenen Familiengeschichte inspiriert und erklärt im Nachwort sehr genau, was in in ihrem Roman Tatsache und was Fiktion ist. Ich empfehle, dieses Nachwort (Historischer Kontext) auf jeden Fall zu lesen. Der Schreibstil ist gut lesbar, die beiden Hauptprotagonistinnen sind mir schnell ans Herz gewachsen. Tilla ist zuweilen etwas naiv, aber die beiden sind auch noch sehr jung. Besonders haben mich die Schilderungen über die Umweltsituation im damaligen Halle berührt, die Luft und die mit Chemieabfällen aus Leuna verseuchte Saale. Kranenburg greift in ihrem Roman viele Themen auf, angefangen von Konzentrationslagern bis zur Staatssicherheit. Trotzdem gelingt es ihr sehr gut, den Roman nicht zu schwer zu machen und ihn nicht zu überfrachten. Einmal angefangen, wollte ich den Roman auch nicht mehr weglegen. Für mich hat sich die Lektüre gelohnt, da sie ein Thema aufgreift, das wohl die wenigsten Lesenden miterlebt haben, egal ob in der damaligen DDR oder im Westen.
Sehr sehr gute 4 Sterne für diesen Roman und eine Empfehlung an Lesende, die sich auch für DDR-Zeiten außerhalb des Mauerbaus interessieren.