Die DDR inmitten des Volksaufstandes des 17. Juni 1953
Tilla und Rena treffen sich seit zweieinhalb Monaten jeden Tag in oder vor diesem alten Waggon, der dicht am Ufer der Saale steht, lediglich die Sonntage verbringt Tilla mit ihrem Vater. So auch heute, aber Rena ist nicht da und sie taucht auch nicht mehr auf. Die Vermisstenanzeige, die Tilla daraufhin stellt, bringt nicht viel, also macht sie sich selbst auf die Suche nach ihrer Freundin. Dabei stößt sie auf so manch Ungereimtheit – weder stimmt Renas Adresse noch hat die Frau, die ihre Mutter sein soll, Kinder.
Der Roman ist in den 1950er Jahren angesiedelt, wir sind in Halle in der ehemaligen DDR, er gipfelt im Aufstand des 17. Juni 1953, dem Arbeiteraufstand gegen das SED-Regime, der gewaltsam niedergeschlagen wurde. Es gab Tote, Verletzte, Verhaftungen mit langjährigen Haftstrafen und Todesurteilen. Den historischen Kontext hierzu lesen wir am Schluss des sehr lesenswerten, genauesten recherchierten Buches, zu dem die Autorin auch mit einigen Zeitzeugen sprechen konnte.
In den geschichtlichen Hintergrund sind die fiktiven Personen eingeflochten, die das Buch sehr nahbar machen. Tilla hat zu ihrem Vater ein herzliches Verhältnis. Er erzählt ihr von seiner Zeit im KZ, über seine jetzige Arbeit jedoch lässt er sie weitgehend im Unklaren, vermittelt ihr aber die vermeintlichen Vorteile der Deutschen Demokratischen Republik, in der alle die gleichen Chancen haben, ganz im Gegensatz zum Westen, die von Hetzern und Agenten gesteuert werden, wie er gerne betont. Sie ist froh, Kommunistin zu sein. Irgendwann dann aber wird auch Tilla klar, dass Renas Werte den ihren nicht entsprechen, sie beginnt, nachzudenken und vieles zu hinterfragen.
Eva Kranenburg gewährt über das sozialistische System der DDR gute Einblicke. Die Trennlinie der Systemtreuen und der Kritiker verläuft durch alle Gesellschaftsschichten, macht auch vor der Schule nicht halt. Die junge Tilla vertraut voll und ganz auf Vaters Wort, bis sie eines Tages auf etwas stößt, das ihr die Augen öffnet.
Die gezielt gesteuerte Desinformation ist gerade heute wieder in vollem Gange und leider gibt es allzu viele, die den Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur nicht kennen und denen folgen, die ihre Lügen hämisch unters Volk bringen.
„Falls jemand fragt, wer wir waren“ ist ein atmosphärischer Roman, der über die Freundschaft zweier 16jähriger Mädchen und deren Leben in der noch jungen DDR erzählt. Empfehlenswert, auch für jene, die ein Stück ostdeutscher Geschichte, gut lesbar aufbereitet, auf unterhaltsame Weise nachlesen wollen.
Der Roman ist in den 1950er Jahren angesiedelt, wir sind in Halle in der ehemaligen DDR, er gipfelt im Aufstand des 17. Juni 1953, dem Arbeiteraufstand gegen das SED-Regime, der gewaltsam niedergeschlagen wurde. Es gab Tote, Verletzte, Verhaftungen mit langjährigen Haftstrafen und Todesurteilen. Den historischen Kontext hierzu lesen wir am Schluss des sehr lesenswerten, genauesten recherchierten Buches, zu dem die Autorin auch mit einigen Zeitzeugen sprechen konnte.
In den geschichtlichen Hintergrund sind die fiktiven Personen eingeflochten, die das Buch sehr nahbar machen. Tilla hat zu ihrem Vater ein herzliches Verhältnis. Er erzählt ihr von seiner Zeit im KZ, über seine jetzige Arbeit jedoch lässt er sie weitgehend im Unklaren, vermittelt ihr aber die vermeintlichen Vorteile der Deutschen Demokratischen Republik, in der alle die gleichen Chancen haben, ganz im Gegensatz zum Westen, die von Hetzern und Agenten gesteuert werden, wie er gerne betont. Sie ist froh, Kommunistin zu sein. Irgendwann dann aber wird auch Tilla klar, dass Renas Werte den ihren nicht entsprechen, sie beginnt, nachzudenken und vieles zu hinterfragen.
Eva Kranenburg gewährt über das sozialistische System der DDR gute Einblicke. Die Trennlinie der Systemtreuen und der Kritiker verläuft durch alle Gesellschaftsschichten, macht auch vor der Schule nicht halt. Die junge Tilla vertraut voll und ganz auf Vaters Wort, bis sie eines Tages auf etwas stößt, das ihr die Augen öffnet.
Die gezielt gesteuerte Desinformation ist gerade heute wieder in vollem Gange und leider gibt es allzu viele, die den Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur nicht kennen und denen folgen, die ihre Lügen hämisch unters Volk bringen.
„Falls jemand fragt, wer wir waren“ ist ein atmosphärischer Roman, der über die Freundschaft zweier 16jähriger Mädchen und deren Leben in der noch jungen DDR erzählt. Empfehlenswert, auch für jene, die ein Stück ostdeutscher Geschichte, gut lesbar aufbereitet, auf unterhaltsame Weise nachlesen wollen.