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"Falls jemand fragt, wer wir waren" von Eva Kranenburg erzählt die Geschichte von Tilla, die sich auf die Suche nach ihrer verschwundenen Freundin Rena macht. Doch je mehr sie über Renas Leben herausfindet, desto deutlicher wird, dass vieles nicht so war, wie es schien. Gleichzeitig wächst in der DDR die Unzufriedenheit, und Tilla muss sich immer wieder fragen, wie weit sie für die Wahrheit und für ihre Freundschaft gehen möchte. Das Cover ist eher schlicht gehalten, passt aber dennoch zur ruhigen, nachdenklichen Atmosphäre des Romans. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und bildhaft, sodass ich schnell mitten im Geschehen war und mir die Situationen gut vorstellen konnte. Die Stimmung der Zeit und Tillas innere Unsicherheit wurden eindrücklich vermittelt. Sie war mir als Hauptfigur sympathisch. Ihre Sorge um Rena und ihre Entschlossenheit, Antworten zu finden, haben mich berührt. Gleichzeitig gab es einige Momente, in denen ich an ihrer Stelle anders gehandelt hätte, was es mir manchmal schwer gemacht hat, ihre Entscheidungen ganz nachzuvollziehen. Ihre Suche nach Rena war trotzdem bewegend und hat dem Roman viel emotionale Tiefe gegeben. Leider hatte das Buch für mich auch einige Schwächen. Manche Passagen zogen sich sehr in die Länge und ich musste mich stellenweise regelrecht durchkämpfen. Auch die sehr langen Kapitel haben meinen Lesefluss etwas gestört; eine andere Aufteilung hätte mir besser gefallen und die Geschichte vielleicht dynamischer wirken lassen. Insgesamt ist das Buch ein Roman mit einer interessanten Grundidee und doch konnte es mich nicht durchgehend überzeugen.