Ein historischer Roman der nachwirkt

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poed Avatar

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Der Roman beginnt mit einem Zitat von Wladimir Iljic Lenin, das nicht treffender gewählt werden konnte. "Schlimmer als blind sein ist , nicht sehen zu wollen".

Die Handlung umschreibt nur wenige Monate DDR-Geschichte. Aber schon zu Beginn der noch jungen sozialistischen Republik wird die Schieflage über Ideale und ihre Schattenseiten deutlich herausgearbeitet. Tilla und ihr Vater sind überzeugte Sozialisten , er hat das KZ überlebt. Viel über diese Zeit weiß Tilla nicht, da er sich stets dazu in Schweigen hüllte.
Als Tilla die nur wenig ältere Rena kennenlernt , erlebt sie eine wunderbare Zeit mit diesem Freigeist am Fluss in Halle an der Saale. Sie verbringen jede freie Minute zusammen. Doch dann ist ihre Freundin von einem Tag auf den anderen verschwunden. Hängt das mit der toten Frau zusammen, die Tilla eines Tages im Fluss treiben sah?
Verzweifelt begibt sie sich auf die Suche. In einem Netz aus Lügen, Unwahrheiten, wird aber auch konfrontiert, wie schon damals Amts und Machtmissbrauch , Bespitzelung durch die Stasi und vieles mehr die Unzufriedenheit in der Bevölkerung der jungen DDR auf die Spitze treibt. Letztendlich zum blutig niedergeschlagenen Volksaufstandes des 17. Juni 53 führte.

Eindringlich , authentisch und hervorragend recherchiert, so hat mich der Schreibstil der Autorin von der ersten bis zur letzten Seite voll mitgerissen. Der Roman , die erzeugten Emotionen, aber auch Charaktere wie Tilla, ihr so gut heraus tretender Reifungprozess, Rena und Roman werden in meinen Gedanken nachwirken.

Absolut tiefgründig , fundiert, fesselnd, emotional, überzeugend.
Ich kann diesen Ausflug in die frühe DDR-Zeitgeschichte uneingeschränkt weiterempfehlen. Eine Geschichte, die Dank der Autorin, bei mir in Erinnerung bleiben wird.

Ganz klare Leseempfehlung.