Ein Roman rund um den 17.Juni 1953

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engelanni Avatar

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In „Falls jemand fragt, wer wir waren“ lernen wir zuerst Tilla kenne, die einen Sommer mit ihrer Freundin Rena in einem alten Bauwagen verbringt.
Tilla ist Anhängerin des Sozialismus und steht komplett hinter der DDR. Als sie Rena kennenlernt, lernt sie auch eine andere Weise zu Denken kennen.
Sie schaut sich ihre Welt an und entdeckt immer mehr Widersprüche. Sie lernt dann den ebenfalls Linientreuen Roman kennen, der aber auch mit dieser Treue zu kämpfen hat.
Als Rena verschwindet, stellt Tilla Nachforschungen an und stößt auf noch mehr Widersprüche, auch bei ihrem Vater. Abgeschlossen wird das Buch mit dem Volksaufstand am 17. Juni 1953.
Der Schreibstil des Buches gefällt mir richtig gut, das ist auch der Grund, warum ich es nicht zur Seite gelegt habe. Denn Zwischendurch gerät mir die Suche nach Rena zu sehr in den Hintergrund und andere Figuren bekommen sehr viel Raum.
Außerdem finde ich die Veränderung von Tilla etwas zu schnell. Das Buch spielt zwischen März und Juni und hier beginnt ihr Umdenken. Da hätte ich gedacht, dass diese Entwicklung bei einer Jugendlichen einfach länger dauert.
Der letzte Teil des Buches, wo es um den 17. Juni geht, reißt alles wieder raus. Dieser Tag ist so eindrucksvoll beschrieben, dass ich erst mal sprachlos vor dem beendeten Buch gesessen habe und kaum Wort gefunden habe.
Ich vergebe wegen der Längen in der Mitte 4 Sterne, spreche aber trotzdem eine absolute Leseempfehlung aus.