Ein Rückblick

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pajo47 Avatar

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Eva Kranenburg zeichnet in Falls jemand fragt, wer wir waren ein eindrucksvolles und authentisches Bild der DDR im Jahr 1953. Im Mittelpunkt steht die junge Tilla, die fest an den Sozialismus glaubt und voller Idealismus auf ihr Leben blickt. Für sie sind Versorgungsengpässe oder Probleme das Werk westlicher Agitatoren, während Berichte über den Wohlstand im Westen als reine Propaganda erscheinen. Erst nach dem plötzlichen Verschwinden ihrer Freundin beginnt ihr Weltbild zu bröckeln. Auf der Suche nach ihr erkennt sie, dass vieles, was sie über ihre Freundin und ihr Umfeld zu wissen glaubte, nur Fassade war. Selbst ihr eigener Vater verbirgt ein sorgsam gehütetes Geheimnis.

Besonders eindrucksvoll schildert der Roman die Atmosphäre in Halle und die Ereignisse rund um den Volksaufstand vom 17. Juni 1953. Die allgegenwärtige Vorsicht, mit der Kritik nur zwischen den Zeilen geäußert werden konnte, wird ebenso greifbar wie die zunehmenden Zweifel Tillas, deren Überzeugungen ins Wanken geraten.

Der Roman wirkt durchweg glaubwürdig und authentisch. Das ist kein Wunder, denn er ist von der eigenen Familiengeschichte der Autorin inspiriert. So entsteht ein bewegender und realistischer Blick auf eine Zeit, in der Ideale, Angst und Wahrheit eng miteinander verwoben waren. Ein lesenswerter historischer Roman, der die Geschichte hinter den historischen Ereignissen auf sehr persönliche Weise erzählt.