Eine bewegende Geschichte aus Halle

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carolina_mc Avatar

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Mich hat dieses Buch sofort interessiert, weil die Geschichte in Halle an der Saale spielt. Gerade deshalb war ich neugierig, wie die Autorin diese Zeit und diesen Ort zum Leben erweckt.
Im Mittelpunkt steht Tilla, die in der jungen DDR lebt und fest an den Sozialismus glaubt. Als ihre neue Freundin Rena plötzlich verschwindet, beginnt sie nach ihr zu suchen. Dabei merkt sie immer mehr, dass vieles, woran sie bisher geglaubt hat, nicht so ist, wie es scheint.
Besonders gut gefallen hat mir die Mischung aus persönlicher Geschichte und deutscher Geschichte. Der Roman zeigt den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 nicht nur als historisches Ereignis, sondern vor allem aus der Sicht einer jungen Frau, die langsam anfängt, Fragen zu stellen und ihre Überzeugungen zu hinterfragen.
Tilla war für mich eine sehr glaubwürdige Hauptfigur. Man begleitet sie dabei, wie sie erwachsen wird und erkennt, dass die Welt nicht nur aus richtig oder falsch besteht. Auch die Freundschaft zu Rena hat mich berührt und gibt der Geschichte eine besondere emotionale Tiefe.
Der Schreibstil ist angenehm und leicht zu lesen. Trotz der ernsten Themen wirkt das Buch nie trocken. Im Gegenteil – ich wollte immer wissen, was mit Rena passiert ist und wie sich Tillas Geschichte entwickelt.
Insgesamt ist Falls jemand fragt, wer wir waren ein bewegender historischer Roman über Freundschaft, Mut und die Suche nach der Wahrheit. Gleichzeitig vermittelt er ein Stück deutscher Geschichte auf eine sehr persönliche und spannende Weise.