Geschichten, die erzählt werden müssen
Romane, die eine Zeit aufgreifen, in der ich noch nicht geboren war, wecken meine Aufmerksamkeit. Gerade weil wir in der Schule zwar alles über die Französische Revolution, aber kaum etwas über deutsche Nachkriegsgeschichte gelernt haben. Mein Vater war noch ein Kind, als seine Eltern Mecklenburg verlassen haben. Ich selbst habe die DDR nur bei seltenen Besuchen entfernter Verwandter kennengelernt. Der 17. Juni war für mich ein willkommener Feiertag. Über die Hintergründe wusste ich damals nur wenig.
Nun legt Eva Kranenburg, eine in Dresden lebende Psychotherapeutin und Drehbuchautorin mit "Wenn jemand fragt, wer wir waren" einen bewegenden und spannenden Roman vor, den ich unbedingt weiter empfehlen möchte.
Die Geschichte beginnt im Frühjahr 1953 in Halle an der Saale. Dort lebt Tilla, eine 17jährige Oberschülerin, die an den Sozialismus und den jungen ostdeutschen Staat ebenso glaubt, wie an die Entstehung des neuen Menschen in der Sowjetunion. Sie ist überzeugt davon, dass die Klassengegensätze überwunden werden und dass alles, was in der DDR nicht funktioniert eine Folge des klassenfeindlicher Sabotage aus dem Westen ist.
Tilla ist 17 Jahre alt und wir betrachten alles was passiert aus ihrer Sicht.
Zunächst erleben wir ihre Freundschaft zu Rena, einer ungestümen und geheimnisvollen Gleichaltrigen. Die beiden verbringen ihre Freizeit an der Saale, die von den Abwässern der Chemischen Industrie verseucht wird. Rena ist das genaue Gegenteil von Tilla, die eine hinterfragt und ist vorlaut, die andere ist brav und angepasst. Und doch gibt es ein enges Band zwischen den beiden. Als eine weibliche Leiche gefunden wird und Rena plötzlich verschwindet, macht sich Tilla auf die Suche nach ihrer Freundin. Dabei stellt sie zunächst fest, dass Rena ihr in vielen Punkten nicht die Wahrheit gesagt hat. So beginnt Tilla Dinge zu hinterfragen und hinter die Fassaden zu blicken. Was weiß sie wirklich über die Menschen, die sie umgeben? Was über ihre ehemalige Freundin Lotte, die sich von ihr abgewandt hat? Was über ihren Freund Roman, den Sohn des Polizeipräsidenten? Und einmal angefangen: was weiß sie über ihren eigenen Vater, der das KZ und die Zwangsarbeit überlebt hat? Was ist die Wahrheit?
Durch Tilla erleben wir den DDR-Alltag kurz vor dem Volksaufstand des 17. Juni 1953. Eva Kranenburg bringt die Angst und das Misstrauen der Menschen untereinander genauso zu Papier wie die aufkeimende Hoffnung. Der Schreibstil ist mitreißend und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Der 17. Juni 1953 ist für mich nicht länger bloß ein historisches Datum. Er ist lebendig gewordene Geschichte.
Nun legt Eva Kranenburg, eine in Dresden lebende Psychotherapeutin und Drehbuchautorin mit "Wenn jemand fragt, wer wir waren" einen bewegenden und spannenden Roman vor, den ich unbedingt weiter empfehlen möchte.
Die Geschichte beginnt im Frühjahr 1953 in Halle an der Saale. Dort lebt Tilla, eine 17jährige Oberschülerin, die an den Sozialismus und den jungen ostdeutschen Staat ebenso glaubt, wie an die Entstehung des neuen Menschen in der Sowjetunion. Sie ist überzeugt davon, dass die Klassengegensätze überwunden werden und dass alles, was in der DDR nicht funktioniert eine Folge des klassenfeindlicher Sabotage aus dem Westen ist.
Tilla ist 17 Jahre alt und wir betrachten alles was passiert aus ihrer Sicht.
Zunächst erleben wir ihre Freundschaft zu Rena, einer ungestümen und geheimnisvollen Gleichaltrigen. Die beiden verbringen ihre Freizeit an der Saale, die von den Abwässern der Chemischen Industrie verseucht wird. Rena ist das genaue Gegenteil von Tilla, die eine hinterfragt und ist vorlaut, die andere ist brav und angepasst. Und doch gibt es ein enges Band zwischen den beiden. Als eine weibliche Leiche gefunden wird und Rena plötzlich verschwindet, macht sich Tilla auf die Suche nach ihrer Freundin. Dabei stellt sie zunächst fest, dass Rena ihr in vielen Punkten nicht die Wahrheit gesagt hat. So beginnt Tilla Dinge zu hinterfragen und hinter die Fassaden zu blicken. Was weiß sie wirklich über die Menschen, die sie umgeben? Was über ihre ehemalige Freundin Lotte, die sich von ihr abgewandt hat? Was über ihren Freund Roman, den Sohn des Polizeipräsidenten? Und einmal angefangen: was weiß sie über ihren eigenen Vater, der das KZ und die Zwangsarbeit überlebt hat? Was ist die Wahrheit?
Durch Tilla erleben wir den DDR-Alltag kurz vor dem Volksaufstand des 17. Juni 1953. Eva Kranenburg bringt die Angst und das Misstrauen der Menschen untereinander genauso zu Papier wie die aufkeimende Hoffnung. Der Schreibstil ist mitreißend und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Der 17. Juni 1953 ist für mich nicht länger bloß ein historisches Datum. Er ist lebendig gewordene Geschichte.