Historischer Coming-of-Age-Roman mit Tiefgang
Tilla wächst in den Nachkriegsjahren in Halle auf und ist begeistert vom Sozialismus. In den frühen 50er Jahren lernt sie die extrovertierte Rena kennen und die beiden verbindet eine innige Freundschaft. Bis eines Tages Rena spurlos verschwindet und Tilla mit vielen Fragen zurücklässt. Bei der Suche nach ihrer Freundin findet sie einige unbequeme Wahrheiten über sich selbst und ihr Umfeld heraus. Es geht um Lügen und Halbwahrheiten und um den Mut, zu hinterfragen und das Schweigen zu brechen.
Dabei bleibt die Autorin nah an ihren Charakteren. Nicht nur Tillas Empfindungen und Beweggründe werden realistisch betrachtet, sondern auch die vieler Nebencharaktere, wie die ihres Vaters, der das KZ überlebt hat, ihrer ehemaligen besten Freundin und ihres neuen Freundes, der zwei Seiten verschiedene Seiten zu haben scheint.
Der Schreibstil ist schnörkellos und passt perfekt zur erzählten Zeit. Der Zweite Weltkrieg ist noch nicht lang her und diese Tatsache zeigt sich in vielen Textpassagen, ohne aufdringlich zu wirken. Der Roman hat seine Aussage, kommt aber erfreulicherweise komplett ohne erhobenen Zeigefinger daher. Allen Figuren wird mit Respekt begegnet. Sie werden so dreidimensional charakterisiert, dass sie stets in ihren Handlungen nachvollziehbar sind, selbst wenn sie sich nicht immer von ihrer besten Seite zeigen. Das ist eine große Stärke des Romans. Der Leser weiß immer nur so viel wie die Protagonistin Tilla. Auf diese Weise gelingt es der Autorin, die Spannung bis zum Ende zu halten. Ein Roman, der es erlaubt mitzufühlen, ohne in Kitsch abzugleiten. Ein kurzweiliges Lesevergnügen mit Anspruch. Von mir eine klare Empfehlung!
Dabei bleibt die Autorin nah an ihren Charakteren. Nicht nur Tillas Empfindungen und Beweggründe werden realistisch betrachtet, sondern auch die vieler Nebencharaktere, wie die ihres Vaters, der das KZ überlebt hat, ihrer ehemaligen besten Freundin und ihres neuen Freundes, der zwei Seiten verschiedene Seiten zu haben scheint.
Der Schreibstil ist schnörkellos und passt perfekt zur erzählten Zeit. Der Zweite Weltkrieg ist noch nicht lang her und diese Tatsache zeigt sich in vielen Textpassagen, ohne aufdringlich zu wirken. Der Roman hat seine Aussage, kommt aber erfreulicherweise komplett ohne erhobenen Zeigefinger daher. Allen Figuren wird mit Respekt begegnet. Sie werden so dreidimensional charakterisiert, dass sie stets in ihren Handlungen nachvollziehbar sind, selbst wenn sie sich nicht immer von ihrer besten Seite zeigen. Das ist eine große Stärke des Romans. Der Leser weiß immer nur so viel wie die Protagonistin Tilla. Auf diese Weise gelingt es der Autorin, die Spannung bis zum Ende zu halten. Ein Roman, der es erlaubt mitzufühlen, ohne in Kitsch abzugleiten. Ein kurzweiliges Lesevergnügen mit Anspruch. Von mir eine klare Empfehlung!