Nicht was ich erwartet habe
Die linientreue sechzehnjährige Tilla lernt Rena kennen, eine selbstbewusste junge Frau, zu der sie sich sofort hingezogen fühlt. Als Rena von heute auf morgen verschwindet, versucht Tilla sie zu finden und stellt fest, dass sie in Wirklichkeit keine Ahnung hat, wer Rena eigentlich ist, denn alles, was sie ihr erzählt hatte, stellt sich als Lüge heraus. Ich ging davon aus, dass man im Laufe des Romans mehr über Rena und ihre Beweggründe erfährt, aber leider ist dies Fehlanzeige. Rena dient lediglich als Aufhänger und Auslöser für Tillas politische Entwicklung und bildet den Hintergrund für das eigentliche Thema des Buchs: den Volksaufstand von Halle im Jahr 1953. Obwohl ich diese Schilderungen durchaus interessant fand - die Autorin sprach mit Zeitzeugen des 17. Juni 1953 - war der Inhalt dieses Romans doch ein ganz anderer als im Klappentext angekündigt: "Ein eindringlicher, hochaktueller Roman über Freundschaft und Verrat, über Ideale und ihre Schatten, und über den Mut, für sich selbst einzustehen." Ich empfinde diese Beschreibung als geradezu irreführend und bin entsprechend frustriert.