Mit Falls jemand fragt, wer wir waren ist Eva Kranenburg ein bewegender Roman über Familie, Erinnerung und die Suche nach Wahrheit gelungen. Tilla, die zunehmend beginnt, die Ansichten und die Arbeit ihres Vaters und ihre bisherigen Überzeugungen kritisch zu hinterfragen. Gerade diese Reflexion macht den Roman besonders spannend, denn sie zeigt, wie unterschiedlich Vergangenheit erinnert und erzählt werden kann. Auch die Ereignisse des 17. Juni 1953. bilden weit mehr als nur den historischen Hintergrund der Handlung. Eva Kranenburg verdeutlicht eindrucksvoll, wie politische Umbrüche persönliche Schicksale prägen und über Generationen hinweg nachwirken. Besonders überzeugt haben mich die authentischen Figuren und der bildhafte Schreibstil. Ein tiefgründiger Roman, der zum Nachdenken anregt und lange nach dem Lesen nachhallt.