Rückblick auf die DDR

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sasha Avatar

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Eva Kranenburg gelingt mit "Falls jemand fragt, wer wir waren" ein eindrucksvoller und authentischer historischer Roman, der ein lebendiges Bild der DDR in Halle (Saale) im Jahr 1953 zeichnet. Im Mittelpunkt steht die junge Tilla, die fest an den Sozialismus glaubt und die Ideale des Staates nicht infrage stellt. Für sie sind Versorgungsengpässe das Werk westlicher Provokateure, während Berichte über den Wohlstand im Westen als reine Propaganda gelten.
Besonders eindrucksvoll beschreibt die Autorin die Atmosphäre in Halle und die Ereignisse rund um den Volksaufstand vom 17. Juni 1953. Die allgegenwärtige Angst, die vorsichtige Art, Kritik eher indirekt zu äussern, und die zunehmenden Zweifel der Protagonistin machen die damalige Zeit sehr greifbar. Gerade dadurch vermittelt der Roman ein authentisches und eindringliches Bild des Lebens in der DDR.
Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen. Da Halle meine Heimatstadt ist, war es besonders spannend, die historischen Ereignisse an vertrauten Orten "mitzuerleben" und einen Einblick in die Geschehnisse dieser Zeit zu erhalten.
Dass der Roman von der Familiengeschichte der Autorin inspiriert wurde, verleiht ihm zusätzlich Glaubwürdigkeit und emotionale Tiefe.
"Falls jemand fragt, wer wir waren" ist ein bewegender, realistischer und absolut lesenswerter historischer Roman, welcher die Geschichte hinter den historischen Ereignissen auf eindrucksvolle und sehr persönliche Weise erzählt.