So war es also damals, als die DDR noch existierte

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lielo99 Avatar

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Der ausrangierte Bauwagen ist ihre Schutzzone gegen neugierige Blicke. Hier ziehen sich Rena und Tilla um, wenn sie in der Saale schwimmen möchten. Nie wurden sie hier gestört und fühlen sich frei. Leider wird ihre Idylle getrübt. Plötzlich rüttelt jemand kräftig an der Tür und der Wagen wackelt so sehr, dass er droht umzukippen. Drei Männer stehen vor ihnen. Niemals zuvor haben sie die gesehen. Rena ist taff und sorgt dafür, dass die Gestalten schnell verschwinden. Sie behauptet, dass ihre Brüder bald hier sein werden. Tilla zittert vor Angst und ist stolz auf ihre Freundin. Die ist aber am nächsten Tag spurlos verschwunden und niemand weiß, wo sie sich befindet.

Nicht alleine die Tatsache, dass Rena verschwand. Tilla findet zudem auch noch eine Leiche am Ufer der Saale.

Dass Rena spurlos verschwindet ist eine Sache. Aber dass sie ihre beste Freundin angelogen hat, das kann Tilla nicht nachvollziehen. Warum nur hat sie das getan? Hat sie sich durch ihre Frechheiten Feinde gemacht oder wurde sie gar von der Stasi verhaftet? Möglich ist alles hier, wo alle Menschen beobachtet werden. Die Furcht vor Verrat ist allgegenwärtig und das Vertrauen zu seinen Mitbürgern schwindet zusehends.

Neben der Story um Rena und Tilla schreibt die Autorin ausführlich über die Ereignisse am 17. Juni 1953. So viele Menschen gingen auf die Straßen. Sie demonstrierten für ihre Freiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung. Wie das endete, weiß wohl jeder. Und es ist unbegreiflich, dass es Menschen gibt, die sich heute nach den Zuständen der DDR zurücksehnen. Haben sie vergessen, wie es war als Hunderte auf die Straßen gingen und riefen: „Wir sind das Volk“?

„Falls jemand fragt, wer wir waren“ gefiel mir gut. Allerdings fehlt mir ein Abschluss. Das Ende fällt mir zu vage aus. Es bleiben viele Fragen offen. Klar, ich kann meine Fantasie einsetzen aber das ist nicht das, was ich von einem guten Buch erwarte.