Spurensuche in einer Welt voller Lügen

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dd823 Avatar

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„Falls jemand fragt, wer wir waren“ von Eva Kranenburg ist ein eindringlicher Roman, der mich nachhaltig bewegt hat. Die Geschichte spielt im Jahr 1953 in Halle an der Saale, in einer Zeit, in der die junge DDR noch im Aufbau begriffen ist. Im Mittelpunkt steht die junge Tilla, die nach dem Krieg allein mit ihrem Vater lebt. Dieser ist geprägt von seinen Erfahrungen im Konzentrationslager und ein überzeugter Anhänger des Sozialismus.

Tillas Leben verändert sich schlagartig, als sie die unangepasste und faszinierende Rena kennenlernt. Zwischen den beiden entsteht eine intensive Freundschaft voller Freiheit und Aufbruch. Doch plötzlich verschwindet Rena spurlos. Auf der Suche nach ihr stößt Tilla zunehmend auf Widersprüche und Lügen – und muss erkennen, dass weder Rena noch ihr eigener Vater die sind, für die sie sich ausgeben.

Der Roman besticht durch einen sehr flüssigen und angenehmen Schreibstil, der das Lesen zu einem echten Sog-Erlebnis macht. Die Geschichte ist spannend, emotional und vielschichtig zugleich. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe es innerhalb weniger Tage verschlungen. Ein bewegendes Werk über Wahrheit, Identität und die Schatten der Vergangenheit – absolut empfehlenswert.