Über den Mut hinzusehen

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anjulia Avatar

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"Falls jemand fragt, wer wir waren" von Eva Kranenburg ist ein zeitgeschichtlicher historischer Roman, der sich mit der jungen DDR und dem Volksaufstand am 17. Juni 1953 befasst. Das Cover ist eher schlicht gehalten und zeigt in Schwarz-Weiß eine junge Frau mit Büchern. Im Hauptfokus steht die sechzehnjährige Tilla, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird. Nach dem plötzlichen Verschwinden ihrer Freundin Rena kann sie die Augen vor der Realität nicht mehr verschließen. Ihre sozialistische Weltanschauung bekommt dabei immer größere Risse. Die Autorin hat es für mich geschafft, die Spannung insgesamt hochzuhalten. Ich war auf Renas Geheimnisse um ihre Herkunft und ihr Verschwinden gespannt. Gleichzeitig sind die Figuren meist vielschichtig und nicht eindimensional gezeichnet. Besonders die charakterliche Entwicklung, die Tilla in wenigen Wochen durchläuft, fand ich beeindruckend. Die Atmosphäre der damaligen Zeit wird ebenfalls sehr gut transportiert. Etwas schade fand ich, dass der Schluss recht offen war. Für mich blieben einfach noch ein paar ungeklärte Fragen zurück. Trotzdem kann ich das Buch weiterempfehlen und vergebe 4 Sterne.