Wenn plötzlich Zweifel kommen...
„...Als ich wieder auf die Uhr sehe, ist eine Stunde vergangen, die Eier sind kalt, und Rena ist immer noch nicht da. Jetzt werde ich unruhig. Wo bleibt sie bloß?…“
Rena ist Tillas beste Freundin. Sie kennen sich zwar erst seit kurzem, doch Tilla mag sie wegen ihrer Unbekümmertheit.
Die Autorin hat einen bewegenden und abwechslungsreichen historischen Roman geschrieben. Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet. Er gibt die Zeitverhältnisse realistisch wieder. Die Geschichte wird von Tilla erzählt. Sie spielt in Halle im Jahre 1953. Es ist das Todesjahr von Stalin.
Tilla hat während des Krieges ihre Mutter verloren. Sie wuchs danach im Waisenhaus auf, denn ihr Vater war im KZ. Nach seiner Befreiung hat er seine Tochter zu sich genommen. Bisher hat er nie viel erzählt. Tilla weiß auch nicht, was er beruflich macht. Beide gehen behutsam miteinander um. Es sind Kleinigkeiten, an denen ich als Leser merke, wie ihn die Vergangenheit geprägt hat. Dazu gehören auch die Ratschläge an Tilla.
„...Lerne so viel auswendig, wie du kannst. Jedes Gesicht, jede Geschichte. Man kann dir alles wegnehmen, aber nicht, was in deinem Kopf ist...“
Natürlich ist Tilla von den politischen Einstellungen ihres Vaters geprägt. Deshalb versteht sie auch nicht, weshalb ihre beste Freundin, die der Jungen Gemeinde angehört, nichts mehr mit ihr zu tun haben will. Tilla wirkt auf mich sehr einsam. Genau deshalb findet sie bei Rena Halt.
Mit Renas Verschwinden beginnt Tilla die Verhältnisse in Halle zu hinterfragen. Sie hofft auf Hilfe von Roman, dem Sohn des Polizeichefs. Der hat mit seiner Familie während des Krieges in Moskau gelebt. Darüber aber schweigt Roman.
An den Lebensverhältnissen der beiden Väter wird deutlich, wie diese sich das neue Leben vorstellen. Während Renas Vater in bescheidenen Wohnverhältnissen lebt und damit zufrieden scheint, ist Romans Vater in einer Villa untergekommen.
Es gibt so kleine, scheinbar nebensächliche Sachen, die zeigen, wie gut die Autorin die Zeitverhältnisse recherchiert hat.
„...Wenn man eine Schlange sieht, dann tut man gut daran, sich anzustellen, egal, worum es geht. Denn selbst, wenn man nicht braucht, was man erwirbt, kann man es gegen etwas anderes tauschen…“
Eine der spannendsten Protagonisten des Buches ist für mich Tillas Vater. Er steht zu seinen Idealen, sieht, was alles schief läuft, und hat nicht den Mut, das ehrlich zuzugeben. Er wirkt zerrissen zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Gut wiedergegeben wird Tillas Wandlung. Ihr kommt am Edne zugute, dass ihr Vater zu ihr steht, auch wenn sie in seinen Augen Fehler gemacht hat. Roman erlebt das Gegenteil in seiner Familie.
Nach Stalins Tod kommt es zu ersten Lockerungen. Doch der Volksaufstand zeigt, wo die tieferen Probleme liegen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es erzählt ein Stück Geschichte anhand ganz konkreter Schicksale und zeigt damit, wie unterschiedlich Wege verlaufen können, wenn Macht ins Spiel kommt.
Rena ist Tillas beste Freundin. Sie kennen sich zwar erst seit kurzem, doch Tilla mag sie wegen ihrer Unbekümmertheit.
Die Autorin hat einen bewegenden und abwechslungsreichen historischen Roman geschrieben. Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet. Er gibt die Zeitverhältnisse realistisch wieder. Die Geschichte wird von Tilla erzählt. Sie spielt in Halle im Jahre 1953. Es ist das Todesjahr von Stalin.
Tilla hat während des Krieges ihre Mutter verloren. Sie wuchs danach im Waisenhaus auf, denn ihr Vater war im KZ. Nach seiner Befreiung hat er seine Tochter zu sich genommen. Bisher hat er nie viel erzählt. Tilla weiß auch nicht, was er beruflich macht. Beide gehen behutsam miteinander um. Es sind Kleinigkeiten, an denen ich als Leser merke, wie ihn die Vergangenheit geprägt hat. Dazu gehören auch die Ratschläge an Tilla.
„...Lerne so viel auswendig, wie du kannst. Jedes Gesicht, jede Geschichte. Man kann dir alles wegnehmen, aber nicht, was in deinem Kopf ist...“
Natürlich ist Tilla von den politischen Einstellungen ihres Vaters geprägt. Deshalb versteht sie auch nicht, weshalb ihre beste Freundin, die der Jungen Gemeinde angehört, nichts mehr mit ihr zu tun haben will. Tilla wirkt auf mich sehr einsam. Genau deshalb findet sie bei Rena Halt.
Mit Renas Verschwinden beginnt Tilla die Verhältnisse in Halle zu hinterfragen. Sie hofft auf Hilfe von Roman, dem Sohn des Polizeichefs. Der hat mit seiner Familie während des Krieges in Moskau gelebt. Darüber aber schweigt Roman.
An den Lebensverhältnissen der beiden Väter wird deutlich, wie diese sich das neue Leben vorstellen. Während Renas Vater in bescheidenen Wohnverhältnissen lebt und damit zufrieden scheint, ist Romans Vater in einer Villa untergekommen.
Es gibt so kleine, scheinbar nebensächliche Sachen, die zeigen, wie gut die Autorin die Zeitverhältnisse recherchiert hat.
„...Wenn man eine Schlange sieht, dann tut man gut daran, sich anzustellen, egal, worum es geht. Denn selbst, wenn man nicht braucht, was man erwirbt, kann man es gegen etwas anderes tauschen…“
Eine der spannendsten Protagonisten des Buches ist für mich Tillas Vater. Er steht zu seinen Idealen, sieht, was alles schief läuft, und hat nicht den Mut, das ehrlich zuzugeben. Er wirkt zerrissen zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Gut wiedergegeben wird Tillas Wandlung. Ihr kommt am Edne zugute, dass ihr Vater zu ihr steht, auch wenn sie in seinen Augen Fehler gemacht hat. Roman erlebt das Gegenteil in seiner Familie.
Nach Stalins Tod kommt es zu ersten Lockerungen. Doch der Volksaufstand zeigt, wo die tieferen Probleme liegen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es erzählt ein Stück Geschichte anhand ganz konkreter Schicksale und zeigt damit, wie unterschiedlich Wege verlaufen können, wenn Macht ins Spiel kommt.