Wer oder was?

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heikek Avatar

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"Falls jemand fragt, wer wir waren" ist der erste Roman von Eva Kranenburg für Erwachsene und im Verlag hanserblau erschienen. Der Titel wirkt provokant, passt aber sehr gut zu diesem Roman.
Tilla und Rena haben sich bei einem Trauermarsch zum Tod von Lenin kennengelernt, als Rena Tilla aus einer peinlichen Situation herausgeholfen hat. Seitdem sind sie befreundet und treffen sich in einem alten Waggon am Ufer der Saale. Dort verbringen sie ungezwungene Stunden, bis sie von vier Männern gestört werden. Als Tilla am darauffolgenden Tag am Ufer eine Leiche entdeckt und Rena spurlos verschwindet, versteht Tilla die Welt nicht mehr. Alles, was Rena ihr über sich erzählt hat, sind Lügen. Mit Hilfe von Roman, dem Sohn des Polizeichefs, versucht Tilla mehr herauszufinden. Aber das, was sie dabei aufdeckt, sprengt ihr Vertrauen in die Werte der noch jungen DDR und verändert ihr Verhältnis zu ihrem Vater.
Die Autorin Eva Kranenburg hat die Geschichte von Tilla in das Geschehen des Volksaufstands vom 17. Juni 1953 eingebunden. Ihre eigene Familiengeschichte hat sie zu diesem Roman inspiriert. Sie beschreibt schonungslos die Vorgehensweise der Mächtigen, der Politiker, der Staatssicherheit und der Polizei. Gerade die Situation in der Polizeiwache, als Tilla zu dem Verschwinden von Rena verhört wird, zeigt das deutlich. Der Roman ist eine gelungene Verbindung von Fiktion und Geschichte und das nicht nur für Erwachsene.