Cooler Einstieg

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fraulustig Avatar

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Manchmal beginnt ein Abenteuer eben nicht mit einem geheimnisvollen Brief, sondern mit einem Loch im Fußboden. Und wenn dieses Loch dann auch noch verdächtig nach Drachen aussieht, sollte man vielleicht lieber zweimal hinschauen.

In „Fantastic Friends – Tausche Mathe gegen Drache“ von Sabrina J. Kirschner geht es um Matti, der eigentlich ein eher unscheinbarer, schüchterner Junge ist und vor allem eines nicht besonders gut kann: Nein sagen. Das wird ihm gleich am ersten Schultag nach den Ferien zum Verhängnis, als sein großer Bruder Konrad ihn wegen eines lauten Krachens in die Poststelle im Erdgeschoss schickt. Dort entdeckt Matti ein riesiges Loch im Fußboden und ziemlich schnell wird klar: Hier ist etwas ganz und gar nicht normal.

Denn zuvor hat der Drache Drake, der eigentlich einen ganz anderen Auftrag hat, in der Menschenwelt für ordentlich Chaos gesorgt. Dabei verwandelt er sich ausgerechnet in einen Menschen und hinterlässt einen geheimnisvollen Brief in der Schulpost. Gleichzeitig taucht Charlie auf, die unbedingt an bestimmte Briefe kommen möchte. Und so treffen nach und nach Menschen und Fabelwesen aufeinander ..wobei man schon nach diesen ersten Kapiteln ahnt, dass das noch ziemlich turbulent werden dürfte.

Mir hat die Leseprobe richtig gut gefallen. Vor allem der Einstieg hat mich direkt abgeholt, weil man nicht erst ewig auf das eigentliche Abenteuer warten muss. Man ist sofort mitten im Chaos: ein Drache steckt in einem Schrank fest, demoliert einen Laden, verwandelt sich und hinterlässt einen Brief. Mehr „Was zur Hölle ist hier los?“ geht eigentlich kaum. 😄

Besonders sympathisch fand ich Matti. Er ist eben nicht der typische mutige Held, der ohne nachzudenken in jedes Abenteuer springt. Im Gegenteil: Er wäre vermutlich ganz froh, wenn er möglichst unauffällig durch seinen Alltag käme. Dass ausgerechnet er nun in diese Geschichte hineingezogen wird, macht neugierig. Auch seine Beziehung zu seinem großen Bruder Konrad wirkt sehr authentisch. Dieses typische „großer Bruder nervt – kleiner Bruder lässt sich trotzdem herumkommandieren“-Ding dürfte vielen Kindern ziemlich bekannt vorkommen.

Auch Charlie hat direkt mein Interesse geweckt. Sie verfolgt offenbar ihren ganz eigenen Plan und scheint deutlich mehr zu wissen, als sie zunächst preisgibt. Gerade dadurch entstehen schon in der Leseprobe mehrere kleine Geheimnisse, bei denen ich unbedingt wissen möchte, wie sie zusammenhängen.

Was mir außerdem gefallen hat, ist der Humor. Die Geschichte nimmt sich selbst nicht zu ernst, ohne dabei albern zu wirken. Dazu kommen die vielen kleinen Details und die bildhafte Sprache, durch die man sich das Chaos in der Poststelle sehr gut vorstellen kann. Und natürlich machen die Illustrationen das Ganze zusätzlich zu einem Buch, das schon beim Durchblättern nach Spaß aussieht.

Mein persönliches Highlight ist aber definitiv Drake. Ein Drache, der die Menschenwelt eigentlich überhaupt nicht versteht, dabei völlig selbstverständlich davon ausgeht, dass jedes Kind zur Schule geht, und dann in einem kleinen Laden für komplettes Chaos sorgt? Ich bin dabei.

Nach der Leseprobe bleiben jedenfalls einige Fragen offen: Was hat es mit dem Brief auf sich? Warum sucht Charlie diese Briefe? Was genau ist Drakes Auftrag? Und wie werden Matti, Charlie und Drake schließlich zusammenfinden?

Mein Fazit: Eine witzige, turbulente und fantasievolle Leseprobe, die besonders durch ihre sympathischen Figuren und den schnellen Einstieg überzeugt. Ich hätte nach diesen 25 Seiten definitiv Lust weiterzulesen... allein schon, um herauszufinden, was es mit dem Drachen und den geheimnisvollen Briefen auf sich hat.