Elternratgeber zur Erziehung

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Schon nach wenigen Seiten wird deutlich, dass Felsenfest ein sehr persönliches und zugleich stärkendes Buch über Elternschaft ist. Nora Imlau gelingt es, ein zentrales Spannungsfeld des Familienlebens klar und einfühlsam zu beschreiben: das Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit auf der einen sowie nach Freiheit und Autonomie auf der anderen Seite. Dieses Gleichgewicht als „Balanceakt“ zwischen Halt geben und Loslassen bildet den roten Faden der Leseprobe.

Besonders berührend ist die Offenheit, mit der die Autorin über ihre eigene „Weichheit“ als Mutter spricht. Sie hinterfragt das verbreitete Bild, dass Klarheit und Führung mit Härte verbunden sein müssten, und setzt dem eine andere Haltung entgegen: Sanftheit und innere Stärke schließen sich nicht aus. Gerade diese Gedanken wirken entlastend und ermutigend. Imlau formuliert ruhig, reflektiert und zugleich alltagsnah – man spürt ihre Erfahrung und ihre tiefe Überzeugung.

Zentral ist die Idee, dass emotionale Sicherheit in den vielen kleinen Momenten des Alltags entsteht: im Zurücklächeln, im Trösten, im Dasein. Diese Beschreibung von Urvertrauen macht deutlich, wie sehr Beziehung vor Regeln steht. Auch Routinen werden nicht dogmatisch betrachtet, sondern eingebettet in eine liebevolle Haltung. Nicht das starre Einhalten von Abläufen schenkt Sicherheit, sondern das Gefühl: „Ich bin für dich da.“

Sprachlich ist der Text warm, klar und poetisch, ohne pathetisch zu wirken. Die Gedanken sind strukturiert und gut nachvollziehbar, gleichzeitig schwingt viel Herz mit. Die Leseprobe macht neugierig auf das gesamte Buch und verspricht eine stärkende, reflektierte Begleitung für Eltern, die ihre Kinder bindungsorientiert und zugleich selbstbewusst begleiten möchten.

Insgesamt hinterlässt Felsenfest den Eindruck eines feinfühligen, bestärkenden Elternratgebers, der weniger auf Erziehungstechniken setzt als auf innere Haltung und Beziehung.