Zwischen Schwarzem Meer und Kaukasus
Zehn Jahre lang schrieb seine Großmutter Hedwig ihre Tagebücher. Ihr Enkel, der Erzähler dieses Romans "Ferne Heimat Altmontal" findet diese, und ergreift diese Chance, das Leben der Ärztin zurückzuverfolgen. Ihre Wurzeln liegen in der Ukraine, 1942 entkommt sie der Hölle des Krieges durch eine Flucht. Bewegend beschreibt Michael Riepl ihr Schicksal, das geprägt wurde durch schlimme Hungersnöte und gnadenlose Verfolgung, bedingt durch den Krieg. Ihr Neuanfang verschlug sie nach Bayern. Auf die Spurensuche begibt sich ihr Enkel nun nach ihrem Tod. Seine Reise führt in die Ukraine. Ich bin emotional berührt durch Hedwigs Geschichte und finde es beeindruckend, dass ihr Enkel ihre Lebensgeschichte aufarbeitet. Ein wichtiges Thema in einer Zeit, wo immer mehr Kriege den Globus vergiften. Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut lesen. Das Cover wirkt ruhig, fast wirklich so, als ob man einen Blick in die "Ferne" eines "Tales" schweifen lässt. Sehr schön.