Alte und neue Kriege
Michael Riepl erzählt gleich zwei Geschichten, die beide von Kriegen handeln. Er selber geht 2018 nach dem Studium nach Kiew, um dort für eine Hilfsorganisation zu arbeiten. Sein Engagement führt ihn in Kriegsgebiete in die Ukraine, nach Armenien und in den Kongo. Gleichzeitig erzählt er die Geschichte seiner verstorbenen Großmutter Hedwig ab 1919, geboren im Altmontal als eine von vielen Schwarzmeerdeutschen. Die Perspektiven wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit, beide Beschreibungen der Lebensumstände sind hart zu verdauen.
Natürlich kennt man die Geschichte der grausamen russischen Herrscher, vor allem unter Stalin war das Leben ein Alptraum. Am Beispiel von Hedwig erzählt der Autor die Geschichte einer jungen und starken Frau, die den Umständen trotzt, fleißig und mutig ist und ihren Traum, Ärztin zu werden, unermüdlich verfolgt. Man hungert mit Hedwig, man leidet mit ihr, man gönnt ihr die gefühlt schöne Zeit im Kaukasus. Riepl versteht es, die Lebensgeschichte seiner Großmutter immer nur in kleinen Häppchen preiszugeben, basierend auf ihre originalen, auf Schreibmaschine geschriebenen Erinnerungen. Diese sind so sachlich abgefasst, dass das Elend und die Trauer hinter den nüchternen Beschreibungen um so mehr zu erahnen ist.
Demgegenüber stehen die Erfahrungen des Enkels in den aktuellen Kriegen. Vor allem in seiner Zeit in der Ukraine fühlt er sich der Geschichte seiner Großmutter sehr nahe.
Ein Roman, der sehr eindrücklich Kriegserfahrungen beschreibt. Es ist eine mutige Mischung der beiden Geschichten, die ich so überhaupt nicht erwartet habe. Ausgegangen bin ich eher vom Leben Hedwigs und dem Schicksal der Schwarzmeerdeutschen. Der starke Fokus auf die Kriege und die Politik ab 2018 hat mich überrascht, allerdings genauso interessiert.
Ein Buch, das keine leichte Unterhaltung darstellt, aber der Schreibstil ist für die schwere des Themas angenehm zu lesen. Gerade die aktuelle Kriegslage wird einem hier noch einmal deutlich gemacht von jemandem, der sie als Deutscher für humanitäre Hilfsdienste hautnah erlebt hat.
Zu empfehlen für alle, die auch schwerer verdauliche Bücher zu schätzen wissen und sowohl politisch als auch geschichtlich am Thema Ukraine interessiert sind.
Natürlich kennt man die Geschichte der grausamen russischen Herrscher, vor allem unter Stalin war das Leben ein Alptraum. Am Beispiel von Hedwig erzählt der Autor die Geschichte einer jungen und starken Frau, die den Umständen trotzt, fleißig und mutig ist und ihren Traum, Ärztin zu werden, unermüdlich verfolgt. Man hungert mit Hedwig, man leidet mit ihr, man gönnt ihr die gefühlt schöne Zeit im Kaukasus. Riepl versteht es, die Lebensgeschichte seiner Großmutter immer nur in kleinen Häppchen preiszugeben, basierend auf ihre originalen, auf Schreibmaschine geschriebenen Erinnerungen. Diese sind so sachlich abgefasst, dass das Elend und die Trauer hinter den nüchternen Beschreibungen um so mehr zu erahnen ist.
Demgegenüber stehen die Erfahrungen des Enkels in den aktuellen Kriegen. Vor allem in seiner Zeit in der Ukraine fühlt er sich der Geschichte seiner Großmutter sehr nahe.
Ein Roman, der sehr eindrücklich Kriegserfahrungen beschreibt. Es ist eine mutige Mischung der beiden Geschichten, die ich so überhaupt nicht erwartet habe. Ausgegangen bin ich eher vom Leben Hedwigs und dem Schicksal der Schwarzmeerdeutschen. Der starke Fokus auf die Kriege und die Politik ab 2018 hat mich überrascht, allerdings genauso interessiert.
Ein Buch, das keine leichte Unterhaltung darstellt, aber der Schreibstil ist für die schwere des Themas angenehm zu lesen. Gerade die aktuelle Kriegslage wird einem hier noch einmal deutlich gemacht von jemandem, der sie als Deutscher für humanitäre Hilfsdienste hautnah erlebt hat.
Zu empfehlen für alle, die auch schwerer verdauliche Bücher zu schätzen wissen und sowohl politisch als auch geschichtlich am Thema Ukraine interessiert sind.