Bleibt leider hinter den Erwartungen zurück
In „Ferne Heimat Altmontal“ erzählt Michael Riepl die Geschichte seiner Großmutter Hedwig Krämer, die 1919 in Altmontal, dem heutigen Samoschne in der südlichen Ukraine, als Nachfahrin deutscher Auswanderer geboren wurde und einen Großteil ihrer Kindheit in Annenfeld im Kaukasus verbracht hat. Hedwig Krämer hat in ihren letzten Lebensjahren ihre Erinnerungen niedergeschrieben; diese dienen nun als Grundlage für das Buch. Hedwigs Geschichte wird immer wieder unterbrochen durch Kapitel, in denen Michael Riepl seine eigenen Erfahrungen und Eindrücke aus seinen humanitären Einsätzen für Hilfsorganisationen im Ukraine-Krieg, in Aserbaidschan, Armenien und der DR Kongo beschreibt.
Die Gegenüberstellung des Lebens damals und heute, in einer Region, die nicht zur Ruhe kommt, ist ein vielversprechender Ansatz. Leider hat es der Autor meiner Meinung nach nicht geschafft, beides zu einem stimmigen Ganzen zu verbinden. Stattdessen bleibt beides fragmentarisch, und ich empfand die Zeitwechsel eher als störend. Insbesondere der Gegenwartsteil wirkte sprunghaft, teilweise langatmig, ohne roten Faden, und ich wurde dadurch jedes Mal aus Hedwigs Geschichte herausgerissen, über die ich gerne mehr erfahren hätte.
Sehr schade fand ich, dass nur wenige Passagen wörtlich aus Hedwigs Erinnerungen übernommen wurden (im Text kursiv gesetzt) und der Großteil der Vergangenheitserzählung in den Worten des Autors erfolgte. Dabei orientierte er sich laut Nachwort zwar an den Erinnerungen seiner Großmutter, ergänzte und interpretierte diese jedoch. Hier frage ich mich, warum? Hedwig war eine gebildete Frau, Ärztin, so dass davon auszugehen ist, dass ihre Aufzeichnungen eloquent formuliert sein dürften und, ggf. leicht redigiert, im Original sicher lesenswert wären. Hier wurde für mich eine einmalige Chance vertan, Hedwigs Stimme Gewicht zu verleihen, ihrem Sprachduktus, ihrer Schwerpunktsetzung und ihrem Blick auf das Leben, auch aus weiblicher Perspektive, ohne eine Verwässerung und Interpretation durch den Enkel, der mir in diesem Buch zu viel Raum einnimmt.
So bleibt am Ende leider das unbefriedigende Gefühl, durch beide Erzählungen nur Bruchstückhaftes erfahren zu haben.
Die Gegenüberstellung des Lebens damals und heute, in einer Region, die nicht zur Ruhe kommt, ist ein vielversprechender Ansatz. Leider hat es der Autor meiner Meinung nach nicht geschafft, beides zu einem stimmigen Ganzen zu verbinden. Stattdessen bleibt beides fragmentarisch, und ich empfand die Zeitwechsel eher als störend. Insbesondere der Gegenwartsteil wirkte sprunghaft, teilweise langatmig, ohne roten Faden, und ich wurde dadurch jedes Mal aus Hedwigs Geschichte herausgerissen, über die ich gerne mehr erfahren hätte.
Sehr schade fand ich, dass nur wenige Passagen wörtlich aus Hedwigs Erinnerungen übernommen wurden (im Text kursiv gesetzt) und der Großteil der Vergangenheitserzählung in den Worten des Autors erfolgte. Dabei orientierte er sich laut Nachwort zwar an den Erinnerungen seiner Großmutter, ergänzte und interpretierte diese jedoch. Hier frage ich mich, warum? Hedwig war eine gebildete Frau, Ärztin, so dass davon auszugehen ist, dass ihre Aufzeichnungen eloquent formuliert sein dürften und, ggf. leicht redigiert, im Original sicher lesenswert wären. Hier wurde für mich eine einmalige Chance vertan, Hedwigs Stimme Gewicht zu verleihen, ihrem Sprachduktus, ihrer Schwerpunktsetzung und ihrem Blick auf das Leben, auch aus weiblicher Perspektive, ohne eine Verwässerung und Interpretation durch den Enkel, der mir in diesem Buch zu viel Raum einnimmt.
So bleibt am Ende leider das unbefriedigende Gefühl, durch beide Erzählungen nur Bruchstückhaftes erfahren zu haben.