Eine klare Leseempfehlung!
„Ist je irgendwer zurückgekehrt - nach Altmontal?“
Diese Frage stellt sich Autor Michael Riepl als er die Aufzeichnungen seiner Großmutter Hedwig Krämer in die Hände bekommt. An Hand der Aufzeichnungen seiner Großmutter, die sie im Alter von 75 Jahren für ihre Nachkommen aufgezeichnet hat, dürfen Michael Riepl bei seiner Spurensuche begleiten.
Was für uns Leser eine fesselnde Geschichte ist, ist für den Autor eine Spurensuche, die in über mehrere Jahre und Reisen von Deutschland nach Armenien und in die Ukraine führt.
Michael Riepl erzählt in seinem Buch die außergewöhnliche Lebensgeschichte seiner Großmutter Hedwig Krämer, die 1919 im deutschen Dorf Altmontal in der Schwarzmeerregion geboren wurde. Die ursprünglich deutsche Familie gehört zu jenen, die einst, um die entvölkerten Landstriche wieder zu beleben, angesiedelt worden sind.
Ausgehend von Hedwigs Memoir zeichnet der Autor ein bewegendes Bild einer Kindheit, die zunächst von Gemeinschaft und Geborgenheit geprägt war, später jedoch durch den, von Stalin absichtlich herbeigeführten Hungertod, politische Verfolgung und den Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Besonders eindrucksvoll ist die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Während der Autor die Aufzeichnungen seiner Großmutter auswertet, reist er selbst in die Ukraine, um dort humanitäre Hilfe zu leisten.
Seine Erlebnisse und jene der Großmutter werden abwechselnd erzählt. Immer wieder ergeben sich fesselnde Parallelen zwischen Gegenwart und Vergangenheit.
Durch seinen einfühlsamen Schreibstil kommen wir dem Schicksal Hedwigs und ihrer Familie sehr nahe. Die Schilderungen von Hungersnot, Verlust und Flucht sind eindringlich und doch sachlich.
Heute ist die alte Heimat Altmontal ferner denn je. Die eingangs gestellte Frage nach einer Rückkehr in das Dorf seiner Großmutter beantwortet sich der Autor im August 2025 selbst:
„Altmontal liegt heute direkt an der Front. Russische Pioniere haben es eingezäunt mit tausenden Drachenzähnen und Panzerigeln, haben unzählige Meter an Stacheldraht ausgerollt und Minenfelder entlang der Straße des Friedens gelegt. Neben den gähnenden Kratern, die die Artilleriegeschosse gerissen haben, müssen die vielen Schlaglöcher heute winzig wirken. Ob Wira, die schöne alte Frau, noch in Altmontal wohnt? Ob sie nun den russischen Soldaten die Geschichte erzählt, wie sich die Wehrmachtssoldaten bei ihr einquartiert haben?“
Das Buch vermittelt nicht nur ein interessantes Stück Familiengeschichte, sondern auch wichtige historische Einblicke in das Leben der Schwarzmeerdeutschen, die bislang nicht so sehr im allgemeinen Gedächtnis präsent sind. Zudem ruft das Buch die Auswirkungen von Krieg und mehrmaliger Vertreibung in der Ukraine wieder in das Gedächtnis. Gleichzeitig beeindruckt die Lebensgeschichte Hedwig Krämers durch ihren Mut, ihre Ausdauer und ihre Fähigkeit, trotz schwerster Schicksalsschläge Hoffnung zu bewahren.
Der Kreis schließt sich. Michael Riepl heißt mit seinem zweiten Vornamen nach Hedwigs verschollenen Bruder Kurt. Sein kleiner eigener Sohn hat seinen Namen Johann als Hommage an Hedwigs Vater erhalten.
Fazit:
Gerne gebe ich dieser interessanten Familiengeschichte, die uns das eher unbekannte Schicksal der sogenannten Schwarzmeerdeutschen in Erinnerung ruft, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Diese Frage stellt sich Autor Michael Riepl als er die Aufzeichnungen seiner Großmutter Hedwig Krämer in die Hände bekommt. An Hand der Aufzeichnungen seiner Großmutter, die sie im Alter von 75 Jahren für ihre Nachkommen aufgezeichnet hat, dürfen Michael Riepl bei seiner Spurensuche begleiten.
Was für uns Leser eine fesselnde Geschichte ist, ist für den Autor eine Spurensuche, die in über mehrere Jahre und Reisen von Deutschland nach Armenien und in die Ukraine führt.
Michael Riepl erzählt in seinem Buch die außergewöhnliche Lebensgeschichte seiner Großmutter Hedwig Krämer, die 1919 im deutschen Dorf Altmontal in der Schwarzmeerregion geboren wurde. Die ursprünglich deutsche Familie gehört zu jenen, die einst, um die entvölkerten Landstriche wieder zu beleben, angesiedelt worden sind.
Ausgehend von Hedwigs Memoir zeichnet der Autor ein bewegendes Bild einer Kindheit, die zunächst von Gemeinschaft und Geborgenheit geprägt war, später jedoch durch den, von Stalin absichtlich herbeigeführten Hungertod, politische Verfolgung und den Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Besonders eindrucksvoll ist die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Während der Autor die Aufzeichnungen seiner Großmutter auswertet, reist er selbst in die Ukraine, um dort humanitäre Hilfe zu leisten.
Seine Erlebnisse und jene der Großmutter werden abwechselnd erzählt. Immer wieder ergeben sich fesselnde Parallelen zwischen Gegenwart und Vergangenheit.
Durch seinen einfühlsamen Schreibstil kommen wir dem Schicksal Hedwigs und ihrer Familie sehr nahe. Die Schilderungen von Hungersnot, Verlust und Flucht sind eindringlich und doch sachlich.
Heute ist die alte Heimat Altmontal ferner denn je. Die eingangs gestellte Frage nach einer Rückkehr in das Dorf seiner Großmutter beantwortet sich der Autor im August 2025 selbst:
„Altmontal liegt heute direkt an der Front. Russische Pioniere haben es eingezäunt mit tausenden Drachenzähnen und Panzerigeln, haben unzählige Meter an Stacheldraht ausgerollt und Minenfelder entlang der Straße des Friedens gelegt. Neben den gähnenden Kratern, die die Artilleriegeschosse gerissen haben, müssen die vielen Schlaglöcher heute winzig wirken. Ob Wira, die schöne alte Frau, noch in Altmontal wohnt? Ob sie nun den russischen Soldaten die Geschichte erzählt, wie sich die Wehrmachtssoldaten bei ihr einquartiert haben?“
Das Buch vermittelt nicht nur ein interessantes Stück Familiengeschichte, sondern auch wichtige historische Einblicke in das Leben der Schwarzmeerdeutschen, die bislang nicht so sehr im allgemeinen Gedächtnis präsent sind. Zudem ruft das Buch die Auswirkungen von Krieg und mehrmaliger Vertreibung in der Ukraine wieder in das Gedächtnis. Gleichzeitig beeindruckt die Lebensgeschichte Hedwig Krämers durch ihren Mut, ihre Ausdauer und ihre Fähigkeit, trotz schwerster Schicksalsschläge Hoffnung zu bewahren.
Der Kreis schließt sich. Michael Riepl heißt mit seinem zweiten Vornamen nach Hedwigs verschollenen Bruder Kurt. Sein kleiner eigener Sohn hat seinen Namen Johann als Hommage an Hedwigs Vater erhalten.
Fazit:
Gerne gebe ich dieser interessanten Familiengeschichte, die uns das eher unbekannte Schicksal der sogenannten Schwarzmeerdeutschen in Erinnerung ruft, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.