Familiengeschichte trifft Zeitgeschichte, berührend und vielschichtig.
Es gibt Bücher, die sich jeder Einordnung entziehen, und genau das macht sie manchmal am interessantesten. "Ferne Heimat Altmontal" ist kein klassischer Roman, sondern etwas Eigenes, schwer Kategorisierbares: Teil Familiengeschichte, Teil Reisebericht, Teil historisches Sachbuch, und irgendwo dazwischen ein sehr persönliches Dokument darüber, was Herkunft mit einem Menschen macht und was verloren geht, wenn niemand mehr fragt.
Michael Riepl erzählt aus der Perspektive des Enkels, der sich aufmacht, das Leben seiner Großmutter Hedwig nachzuspüren, und dabei durch Zeiten und Gegenden reist, die vom Schwarzen Meer bis zum Kaukasus reichen. Er wechselt zwischen einer auktorialen Vogelperspektive, dem Nacherzählen der Aufzeichnungen seiner Großmutter und dem Bericht seiner eigenen Reiseerlebnisse. Das klingt nach zu viel, ist es aber nicht. Es ist überraschend leicht, sich darauf einzulassen. Die verschiedenen Ebenen stören sich nicht gegenseitig, sondern geben dem Buch genau die Tiefe, die eine solche Geschichte braucht.
Was mich dabei am meisten beeindruckt hat, ist die Vielschichtigkeit des historischen Raums, den Riepl aufspannt. Die Ukraine, der Eiserne Vorhang, die deutschen Einwanderer in den russischen Gebieten, die Neunziger, und dann die Aktualität eines Landes, das heute täglich in den Nachrichten ist. All diese Schichten liegen übereinander, und Riepl bringt sie durch die Biografie seiner Großmutter zum Leuchten. Das macht wirklich was her.
Zugegeben, an manchen Stellen merkt man, dass der Autor kein hauptberuflicher Schriftsteller ist. Das eine oder andere Bild sitzt nicht ganz, eine Formulierung wirkt hin und wieder nicht ganz rund. Aber ehrlich gesagt stört mich das wenig. Im Gegenteil, es hat etwas Authentisches, das zum Charakter dieses Buches passt und dem ganzen Unterfangen eine persönliche Glaubwürdigkeit verleiht.
Wer sich für Familiengeschichten interessiert, für osteuropäische Geschichte, für Reiseberichte mit Substanz oder einfach für das Nachspüren von Wurzeln, die sich quer durch das 20. Jahrhundert ziehen, der wird dieses Buch nicht so schnell weglegen wollen.
Michael Riepl erzählt aus der Perspektive des Enkels, der sich aufmacht, das Leben seiner Großmutter Hedwig nachzuspüren, und dabei durch Zeiten und Gegenden reist, die vom Schwarzen Meer bis zum Kaukasus reichen. Er wechselt zwischen einer auktorialen Vogelperspektive, dem Nacherzählen der Aufzeichnungen seiner Großmutter und dem Bericht seiner eigenen Reiseerlebnisse. Das klingt nach zu viel, ist es aber nicht. Es ist überraschend leicht, sich darauf einzulassen. Die verschiedenen Ebenen stören sich nicht gegenseitig, sondern geben dem Buch genau die Tiefe, die eine solche Geschichte braucht.
Was mich dabei am meisten beeindruckt hat, ist die Vielschichtigkeit des historischen Raums, den Riepl aufspannt. Die Ukraine, der Eiserne Vorhang, die deutschen Einwanderer in den russischen Gebieten, die Neunziger, und dann die Aktualität eines Landes, das heute täglich in den Nachrichten ist. All diese Schichten liegen übereinander, und Riepl bringt sie durch die Biografie seiner Großmutter zum Leuchten. Das macht wirklich was her.
Zugegeben, an manchen Stellen merkt man, dass der Autor kein hauptberuflicher Schriftsteller ist. Das eine oder andere Bild sitzt nicht ganz, eine Formulierung wirkt hin und wieder nicht ganz rund. Aber ehrlich gesagt stört mich das wenig. Im Gegenteil, es hat etwas Authentisches, das zum Charakter dieses Buches passt und dem ganzen Unterfangen eine persönliche Glaubwürdigkeit verleiht.
Wer sich für Familiengeschichten interessiert, für osteuropäische Geschichte, für Reiseberichte mit Substanz oder einfach für das Nachspüren von Wurzeln, die sich quer durch das 20. Jahrhundert ziehen, der wird dieses Buch nicht so schnell weglegen wollen.