Interessante Spurensuche

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
lieberlesen21 Avatar

Von

„Ferne Heimat Altmontal“ von Michael Riepl, erschienen im C.H.BECK Verlag mit 300 Seiten und Lesebändchen

Ich lese sehr gerne solche Lebensbeschreibungen, die zeigen, wie gut man es eigentlich selbst hat. Gemeint ist das Leben von Hedwig Krämer.
Wie gut, dass sich ihr Enkel Michael Riepl, diesem Leben seiner Großmutter angenommen hat und es für andere öffnet.

Das Cover scheint so als wäre es gezeichnet, wäre der Titeltext nicht, könnte es auch ein „idyllisches Tal“ sein, das es wohl auch in der Kindheit von Hedwig Krämer war.
Im inneren Umschlag ist eine Karte, sodass der Leser sieht, wo die genannten Orte liegen und die Umgebung vom Altmontal ist nochmals genauer dargestellt. Einige wenige Fotos sind ebenfalls zum Verständnis im Buch mit abgebildet.

Der Autor ist selbst an der Verteilung von Hilfsgüter an Bewohner in der Ukraine beteiligt, zusammen mit Dima. Da wird bei ihm einiges klar, und er fängt an, genauer, die Lebenserinnerungen seiner Großmutter zu studieren.
„Denn als ich Dima zum ersten Mal geschrieben habe, wusste ich wenig über das Leben von Hedwig Krämer. Erst als ich ihre Erinnerungen las, wurde mir klar, wie eng ihre Geschichte mit der Ukraine verknüpft war.“
(S. 45)
Damit beginnt die interessante Spurensuche über das Leben von Hedwig Krämer, der Großmutter des Autors. Ihr Geburtsort 1919 liegt in der Ukraine, von dort musste sie fliehen und kam nach Bayern, wo sie als Ärztin arbeitete und lebte.
Der Autor verzahnt die Erlebnisse und Aufzeichnungen seiner Großmutter mit der Geschichte und das ist sehr interessant und macht diese noch lebendiger.
Ich musste an das Buch von Henning Sussebach denken „Anna oder was von einem Leben bleibt“, der auch das Leben seiner Großmutter rekonstruiert und so für die Nachwelt erhalten hat.