Kurzweilige Spurensuche nach den Familienwurzeln
"Das Buch Ferne Heimat Altmontal" von Michael Riepl ist eine fesselnde Spurensuche nach der eigenen Familiengeschichte, die zwar stark beginnt, aber im weiteren Verlauf leider an Schlagkraft verliert.
Der Ich-Erzähler des Buches nutzt die niedergeschriebenen Erinnerungen seiner Großmutter als Anlass, um die eigene Familiengeschichte näher zu erforschen. Im Mittelpunkt steht dabei die Kindheit und Jugend seiner Großmutter in der Ukraine, ihre Arbeit als Hilfsärztin sowie ihre spätere Flucht nach Deutschland. Sie und ihre Eltern gehörten zu den Schwarzmeerdeutschen, einer Volksgruppe, die mir vor der Lektüre des Buches unbekannt war. Im Laufe des Buches lernt man sie jedoch näher kennen und erfährt, welche Auswirkungen die Weltkriege und die sowjetische Herrschaft auf sie hatten.
Die Geschichte der Großmutter wird anhand ihrer eigenen Schreibmaschinentexte und einer fiktionalisierten Beschreibung einzelner Lebensabschnitte in der Vergangenheit erzählt. Diese Rückblicke werden unterbrochen von Berichten des Ich-Erzählers aus seinem eigenen Leben in der jüngeren Zeit, die in Bezug zur Suche nach Spuren der eigenen Familiengeschichte stehen. So erzählt er von seinen Aufenthalten in der Ukraine vor und nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Auf diese Weise lernt man nebenbei auch einiges über die Geschichte der Ukraine in der älteren und jüngeren Zeit kennen.
Das Buch ist jedoch kein wirkliches geschichtliches Sachbuch, sondern ein Mix aus einer faktenbasierten Berichtserzählung und einem Roman. Genau dieses Konzept sorgt dafür, dass der Inhalt kurzweilig und durchaus packend erzählt wird. Ein lebendiger Schreibstil trägt seinen Teil dazu bei. Der Wechsel der verschiedenen Zeitebenen verhindert jedoch, dass man wirklich tief in einer der beiden Erzählstränge eintaucht. So kratzt man meist nur an der Oberfläche und springt von einem Lebensabschnitt bzw. -ereignis zum Nächsten. Wirklich inhaltliche Tiefe kommt so nicht auf. Auch bleibt die Großmutter in ihren Gedanken und Gefühlen einem seltsam fremd, ebenso wie der Ich-Erzähler. Eine stärkere Fokussierung und eine stärkere Ausarbeitung einzelner prägnanter Ereignisse hätte der Erzählung sicherlich gut getan. So ging im Verlaufe des Buches der rote Faden etwas verloren.
Das Schicksal der Schwarzmeerdeutschen und die Ukraine, verwoben mit einer Suche nach den eigenen Familienwurzeln, hatte das Potenzial, eine spannende, berührende und erkenntnisreiche Geschichte zu werden. Leider wurde dieses Potenzial jedoch nicht vollständig ausgeschöpft. Besonders zum Ende hin verbleibt 'Ferne Heimat Altmontal' nur an der Oberfläche und verblasst in der Wahrnehmung. Trotzdem gibt es eine interessanten Einblick in eine weniger bekannte Geschichte der Ukraine und der Schwarzmeerdeutschen.
Der Ich-Erzähler des Buches nutzt die niedergeschriebenen Erinnerungen seiner Großmutter als Anlass, um die eigene Familiengeschichte näher zu erforschen. Im Mittelpunkt steht dabei die Kindheit und Jugend seiner Großmutter in der Ukraine, ihre Arbeit als Hilfsärztin sowie ihre spätere Flucht nach Deutschland. Sie und ihre Eltern gehörten zu den Schwarzmeerdeutschen, einer Volksgruppe, die mir vor der Lektüre des Buches unbekannt war. Im Laufe des Buches lernt man sie jedoch näher kennen und erfährt, welche Auswirkungen die Weltkriege und die sowjetische Herrschaft auf sie hatten.
Die Geschichte der Großmutter wird anhand ihrer eigenen Schreibmaschinentexte und einer fiktionalisierten Beschreibung einzelner Lebensabschnitte in der Vergangenheit erzählt. Diese Rückblicke werden unterbrochen von Berichten des Ich-Erzählers aus seinem eigenen Leben in der jüngeren Zeit, die in Bezug zur Suche nach Spuren der eigenen Familiengeschichte stehen. So erzählt er von seinen Aufenthalten in der Ukraine vor und nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Auf diese Weise lernt man nebenbei auch einiges über die Geschichte der Ukraine in der älteren und jüngeren Zeit kennen.
Das Buch ist jedoch kein wirkliches geschichtliches Sachbuch, sondern ein Mix aus einer faktenbasierten Berichtserzählung und einem Roman. Genau dieses Konzept sorgt dafür, dass der Inhalt kurzweilig und durchaus packend erzählt wird. Ein lebendiger Schreibstil trägt seinen Teil dazu bei. Der Wechsel der verschiedenen Zeitebenen verhindert jedoch, dass man wirklich tief in einer der beiden Erzählstränge eintaucht. So kratzt man meist nur an der Oberfläche und springt von einem Lebensabschnitt bzw. -ereignis zum Nächsten. Wirklich inhaltliche Tiefe kommt so nicht auf. Auch bleibt die Großmutter in ihren Gedanken und Gefühlen einem seltsam fremd, ebenso wie der Ich-Erzähler. Eine stärkere Fokussierung und eine stärkere Ausarbeitung einzelner prägnanter Ereignisse hätte der Erzählung sicherlich gut getan. So ging im Verlaufe des Buches der rote Faden etwas verloren.
Das Schicksal der Schwarzmeerdeutschen und die Ukraine, verwoben mit einer Suche nach den eigenen Familienwurzeln, hatte das Potenzial, eine spannende, berührende und erkenntnisreiche Geschichte zu werden. Leider wurde dieses Potenzial jedoch nicht vollständig ausgeschöpft. Besonders zum Ende hin verbleibt 'Ferne Heimat Altmontal' nur an der Oberfläche und verblasst in der Wahrnehmung. Trotzdem gibt es eine interessanten Einblick in eine weniger bekannte Geschichte der Ukraine und der Schwarzmeerdeutschen.