Tragische Biographie mit einer guten Portion Optimismus
„Ferne Heimat Amontal“ ist zu einem wesentlichen Teil ein Roman, in dem Michael Riepl die Biographie seiner Großmutter nach ihren eigenen Aufzeichnungen verarbeitet, nur durch seine Interpretationen ergänzt. Es handelt sich um eine in weiten Teilen tragische Geschichte, die beschreibt, wie die ca. eine Million Deutschen in der Südukraine gelebt haben, in einem Vielvölkerstaat, in einer Zeit, in der es viele Verwerfungen infolge der Oktoberrevolution und der sowjetischen Schreckensherrschaft unter Stalin gab. Unvorstellbare Lebensbedingungen nach der Enteignung, Hunger, Misstrauen zwischen den Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, Zwangsumsiedlung vieler Menschen u.a. mit deutschem Hintergrund nach Sibirien, Verbannung vieler (vorwiegend) Männer in Arbeitslager aus nichtigem oder vorgeschobenem Grund. Im Kontrast dazu die Schönheit der Landschaft, die Fruchtbarkeit der Böden, auf denen Getreide und Obstbäume in Hülle und Fülle wachsen, dazu die Hilfsbereitschaft der armen Menschen untereinander, so dass neben dem Fatalismus der Betroffenen immer ein gewisser Optimismus durchscheint.
Dann die zweifelhafte Hoffnung, mit dem Einmarsch der deutschen Armee 1941 könne es besser werden, für die meisten ein Trugschluss.
Wie man von Beginn an weiß, endet die Geschichte mit einem Happy End für die Großmutter, auch wenn der Start in Bayern für sie nicht leicht war und sie sowohl ihre Heimat wie auch fast alle Angehörigen verloren hat.
Für mich ergaben sich beim Lesen viele neue Erkenntnisse, z.B. die so genannten Volksdeutschen und die vielen Zwangsarbeiter betreffend.
Im zweiten Erzählstrang, durch den die Geschichte der Großmutter immer wieder unterbrochen wird, berichtet Riepl über seine Einsätze für Hilfsorganisationen in der Ukraine, der Kaukasusregion und im Kongo seit 2014. Er vergleicht das aktuelle Geschehen mit der damaligen Zeit, greift Ursachen der Auseinandersetzungen auf, skizziert das Leben in den vom Angriff Russlands betroffenen Gebieten. Auch wenn die Erfahrungen und Interpretationen des Autors interessant sind, fand ich die Reihenfolge etwas verwirrend und in Teilen zunächst chaotisch.
Trotzdem ein sehr gutes Buch, das bewusst macht, welche Hintergründe die heutigen Flüchtlingsströme haben und was es bedeutet, fliehen zu müssen.
Dann die zweifelhafte Hoffnung, mit dem Einmarsch der deutschen Armee 1941 könne es besser werden, für die meisten ein Trugschluss.
Wie man von Beginn an weiß, endet die Geschichte mit einem Happy End für die Großmutter, auch wenn der Start in Bayern für sie nicht leicht war und sie sowohl ihre Heimat wie auch fast alle Angehörigen verloren hat.
Für mich ergaben sich beim Lesen viele neue Erkenntnisse, z.B. die so genannten Volksdeutschen und die vielen Zwangsarbeiter betreffend.
Im zweiten Erzählstrang, durch den die Geschichte der Großmutter immer wieder unterbrochen wird, berichtet Riepl über seine Einsätze für Hilfsorganisationen in der Ukraine, der Kaukasusregion und im Kongo seit 2014. Er vergleicht das aktuelle Geschehen mit der damaligen Zeit, greift Ursachen der Auseinandersetzungen auf, skizziert das Leben in den vom Angriff Russlands betroffenen Gebieten. Auch wenn die Erfahrungen und Interpretationen des Autors interessant sind, fand ich die Reihenfolge etwas verwirrend und in Teilen zunächst chaotisch.
Trotzdem ein sehr gutes Buch, das bewusst macht, welche Hintergründe die heutigen Flüchtlingsströme haben und was es bedeutet, fliehen zu müssen.