Rock 'n' Roll, dunkle Geheimnisse und ein tödliches Comeback

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teresa19 Avatar

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„Final Show“ von Dirk Schmidt hat mich vor allem durch seine ungewöhnliche Thematik neugierig gemacht. Eine alternde Rockband, eine Comeback-Tour durch Europa und mysteriöse Todesfälle. Auch das schlichte, dunkel gehaltene Cover passt für mich perfekt zur Geschichte und vermittelt direkt den düsteren Rock'n'Roll-Vibe.
Im Mittelpunkt steht die junge Social-Media-Managerin Lucy, die die Comeback-Tour der legendären Rockband Crrowl begleitet. Da sie selbst kaum etwas über die Band und ihre Vergangenheit weiß, lernt sie gemeinsam mit den Leser:innen nach und nach die einzelnen Mitglieder und die Geschichte von Crrowl kennen. Besonders die mysteriösen Todesfälle rund um die ehemalige Frontfrau und den Frontmann werfen immer mehr Fragen auf. Als während der Tour ein weiteres Bandmitglied stirbt, beginnt Lucy genauer nachzuforschen.
Besonders gut gefallen hat mir das Setting. Die Welt einer alternden Rockband, die noch einmal an ihre früheren Erfolge anknüpfen möchte, bietet eine tolle Grundlage für die Geschichte. Hinter der glitzernden Bühne und dem Rockstar-Image kommen nach und nach alte Konflikte, Geheimnisse und persönliche Abgründe zum Vorschein. Auch die verschiedenen Figuren fand ich interessant, da sie ihre eigenen Geschichten und Motive mitbringen.
Der Schreibstil ist flüssig und durch die kurzen Kapitel und Perspektivwechsel entsteht teilweise ein sehr filmisches Erzählgefühl. Einige Szenen konnte ich mir tatsächlich sehr gut als Film vorstellen. Auch das Zusammenspiel von Gegenwart und Vergangenheit fand ich grundsätzlich interessant, allerdings haben mich die Zeitsprünge nicht immer vollständig überzeugt. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass sich die Figuren trotz ihrer unterschiedlichen Lebensphasen nicht stark genug verändert haben.
Etwas zwiegespalten bin ich beim Spannungsaufbau. Die Grundidee verspricht einen spannenden Krimi bzw. Thriller, allerdings hat sich bei mir nicht durchgehend die erwartete Spannung eingestellt. Durch den auktorialen Erzähler bekommt man teilweise Informationen über die Ereignisse, bevor man selbst mit den Figuren darauf stößt. Dadurch geht für mich etwas vom Miträtseln verloren. Außerdem waren mir einige Gespräche etwas zu ausführlich, wodurch die Handlung stellenweise langsamer vorankam.
Trotzdem fand ich die Geschichte insgesamt interessant und vor allem das Rockband-Setting hebt „Final Show“ von vielen anderen Krimis und Thrillern ab. Die Mischung aus Musik, Vergangenheit, Inszenierung und dunklen Geheimnissen hat definitiv ihren Reiz.
Insgesamt ist „Final Show“ für mich ein unterhaltsamer Roman mit einer tollen Grundidee und einem außergewöhnlichen Setting. Als klassischen Thriller würde ich ihn allerdings weniger einordnen, da mir dafür stellenweise die Spannung und das Rätselgefühl gefehlt haben. Wer Rockmusik liebt und gerne hinter die Fassade einer legendären Band blickt, könnte hier aber definitiv seinen Spaß haben.