Wenn aus einer Show plötzlich bitterer Ernst wird

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ravenmoon Avatar

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Eine Show, bei der man eigentlich Unterhaltung erwartet – und plötzlich geht es um viel mehr. Genau dieser Gegensatz hat für mich den besonderen Reiz von "Final Show" ausgemacht.

Das Cover hat mir von Anfang an richtig gut gefallen. Die einsame Gestalt auf der Treppe und das intensive Blau vermitteln sofort eine düstere, spannungsgeladene Atmosphäre und passen für mich hervorragend zu einem Thriller. Es macht neugierig darauf, was sich eigentlich hinter dieser Show verbirgt.

Auch die Geschichte selbst entwickelt sich spannend. Die Ereignisse rund um die Band werden immer undurchsichtiger und scheinen von einem dunklen Geheimnis überschattet zu sein. Immer wieder gab es Momente, in denen ich meine eigenen Vermutungen überdenken musste. Dabei entsteht die Spannung nicht nur durch das, was passiert, sondern vor allem durch die Frage: "Wem kann man hier eigentlich noch vertrauen?"

Besonders gut gefallen hat mir Lucy. Sie ist neugierig, stellt Fragen und gräbt immer tiefer in der Vergangenheit der Band. Je mehr sie herausfindet, desto schwieriger wird es allerdings auch für sie, einzuschätzen, wem sie noch vertrauen kann. Ich fand es spannend zu beobachten, wie sie sich in dieser zunehmend eskalierenden Situation behauptet.

Überhaupt sind die Figuren interessant gezeichnet. Sie haben unterschiedliche Motive und wirken dadurch nicht einfach austauschbar. Gerade wenn die Situation immer weiter aus dem Ruder läuft, fand ich es spannend zu sehen, wie unterschiedlich die einzelnen Charaktere damit umgehen.

Eine kleine Besonderheit muss ich außerdem erwähnen: Erste Sätze sind mir beim Lesen tatsächlich wichtig. Manchmal entscheidet schon der erste Satz darüber, ob ich mich mit einem Buch sofort anfreunde. Bei "Final Show" war es nicht der erste, sondern direkt der zweite Satz, der mir im Gedächtnis bleiben wird:

„Wenn Katzen sieben Leben haben, müsste er vor Kurzem die dritte Katze angebrochen haben.“

Ich glaube, das muss man nicht weiter kommentieren. 😉

Beim Schreibstil hatte ich allerdings ein paar Schwierigkeiten. Gerade am Anfang haben mich einige sehr lange Sätze und teilweise ungewöhnliche Satzstellungen aus meinem Lesefluss gebracht. Manchmal musste ich einen Satz noch einmal lesen oder beim nächsten Absatz kurz neu ansetzen, weil ich mich stärker auf die Formulierung als auf die Handlung konzentriert habe. Dadurch bin ich stellenweise aus der Immersion gefallen. Das ist natürlich eine sehr persönliche Leseerfahrung – andere Leser werden diesen Stil möglicherweise ganz anders empfinden.

Insgesamt hat mir "Final Show" aber gerade wegen seiner ungewöhnlichen Mischung gefallen. Hinter der glitzernden Welt der Unterhaltung lauern Macht, Geheimnisse, alte Konflikte und gefährliche Interessen. Die Spannung nimmt stetig zu und irgendwann geht es längst nicht mehr nur um die große Show.

"Ein spannender Thriller mit einer interessanten Grundidee, undurchsichtigen Figuren und einer Protagonistin, deren Nachforschungen immer tiefer in eine ziemlich dunkle Vergangenheit führen. Sprachlich hat mich das Buch nicht immer erreicht, die Geschichte selbst konnte mich aber über weite Strecken neugierig halten. "

Vielen Dank an vorablesen.de und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Meine Rezension wurde dadurch nicht beeinflusst und gibt ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.