Unheimlich von Anfang an

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nini_testet Avatar

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Mein erster Eindruck von Firewatch war direkt intensiv. Schon das Cover gefällt mir richtig gut: düster, geheimnisvoll und irgendwie einsam. Genau so fühlt sich auch die Geschichte an. Man merkt sofort, dass Natur hier keine Idylle ist, sondern eher etwas Bedrohliches, dem man nicht einfach entkommt.

Die Leseprobe startet gleich stark mit dem Prolog. Diese Szene am Firetower, in der jemand verletzt versucht, Hilfe zu rufen, ist extrem packend. Der Wald, das fremde Licht, die Angst – ich war sofort drin und wollte wissen, wer das ist und wie es dazu gekommen ist. Danach springt die Geschichte in die Gegenwart und man lernt Robin kennen, die gerade auf der Bühne steht und plötzlich glaubt, Aaron im Publikum zu sehen. Diese Szene fand ich richtig beklemmend, weil man als Leser sofort merkt, wie sehr sie der Verlust mitnimmt.
Der Schreibstil liest sich flüssig und sehr bildhaft. Besonders die Szenen im Goldenfalls-Nationalpark haben mir gefallen. Die Beschreibungen vom Firetower, von Aarons Einsamkeit dort oben, von den Wäldern und der Stille – das wirkt alles sehr echt. Man spürt richtig, wie isoliert Aaron ist. Auch die Wechsel zwischen „Damals“ und „Heute“ fand ich spannend, weil man langsam versteht, was vor zehn Monaten passiert sein könnte, ohne dass schon alles erklärt wird. Auch wirken diese Zeitsprünge nicht verwirrend wie man erwarten könnte.
Die Figuren wirken auf mich ziemlich echt. Robin ist keine starke Heldin, sondern verletzlich, voller Schuldgefühle und Zweifel. Haley mochte ich sofort, weil sie ehrlich, direkt und trotzdem loyal ist. Und Aaron lernt man in den Rückblicken als jemanden kennen, der viel Unsicherheit hinter Humor und Lockerheit versteckt. Auch Kian Foster wirkt von Anfang an merkwürdig – nicht offen böse, aber definitiv jemand, bei dem man misstrauisch wird.
Ich erwarte von der Geschichte einen spannenden Thriller mit viel psychologischem Tiefgang. Dieses Katz-und-Maus-Gefühl, Robins Plan, sich Kian zu nähern, und die düstere Naturkulisse machen das Buch für mich extrem interessant. Ich würde definitiv weiterlesen, weil ich wissen will, was im Nationalpark wirklich passiert ist – und ob Robin der Wahrheit näherkommt oder sich dabei selbst in Gefahr bringt.