Das Verschwinden eines Freundes

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murphy12 Avatar

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Ich habe das Buch gerade beendet und bin hin und her gerissen.
Es ist angenehm geschrieben und lässt sich gut und schnell lesen. Dadurch gewinnt auch die Spannung der Geschichte, da bei steigender Intensität eher atemlos gelesen wird. Andererseits sind in dem Thriller einige Wort unpassend gewählt. Ursprünglich hatte ich diesen Umstand einer nicht optimalen Übersetzung zugeschrieben. Nun ist mir aufgefallen, dass der Autor aus Graz stammt und somit vermutlich kein Übersetzer im Spiel war.
Der Start in die Geschichte ist auf jeden Fall nervenaufreibend und zieht den Leser direkt in die Erzählung. Auch die Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit sind gelungen. Durch die Überschriften der einzelnen Kapitel kann der Leser sich mühelos in der Zeit verorten. Diese Sprünge habe ich als Gewinn empfunden. Die eingeschobenen schwarzen Seiten sind ein guter Einfall.
Der Autor ist recht jung und hat auch eher junge Erwachsene als Protagonisten gewählt. Sie verhalten sich durchaus realistisch. Aber- vielleicht bin ich ja der Zielgruppe des Buches entwachsen- ich habe ihr Verhalten teilweise nicht nachvollziehen können.
Robin möchte das Verschwinden seines besten Freundes Aaron aufdecken, da die Polizei bei den Ermittlungen nicht recht vorankommt. Er geht davon aus, dass sein Freund ermordet wurde und vermutet seinen letzten Kontakt als Mörder: Kian. Sein Plan, sich an Kian heranzumachen und ihn dabei überführen zu wollen, mutet recht naiv an. Obwohl Robin, der eher unerfahren in Liebesdingen ist, sich bei der Eroberung von Kian eher linkisch anstellt, finden die beiden zueinander. Gayaction in allen Ehren, aber die Idee als Jungfrau einen Mörder verführen zu wollen, um ihn zum Geständnis zu bewegen, kann mich nicht recht überzeugen.
Wenn man solche Ungereimtheiten überlesen kann, bietet das Buch einen durchaus spannenden und kurzweiligen Thriller, der gegen Ende auch an Fahrt zunimmt.
Wohlwollende 3,5 Sterne