Ein Buch, das man nicht einfach weglegt

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desideria1980 Avatar

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Firewatch ist eines dieser Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten merkt, dass man sich besser nichts weiter vornimmt. Die Geschichte baut sofort eine Spannung auf, die nicht laut oder effekthascherisch ist, sondern sich langsam festsetzt und einen nicht mehr loslässt.
Was mich besonders überzeugt hat, ist die Art, wie der Autor mit Nähe und Misstrauen spielt. Die Figuren begegnen sich auf engem Raum, emotional wie räumlich, und genau daraus entsteht eine unterschwellige Unruhe, die das ganze Buch trägt. Man liest ständig mit dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, kann es aber lange nicht greifen. Dieses permanente Zweifeln macht den Reiz aus.
Die Handlung entwickelt sich ruhig, aber zielgerichtet. Es gibt keine unnötigen Umwege, dafür viele kleine Momente, die im Nachhinein an Bedeutung gewinnen. Rückblicke und Gegenwart greifen sauber ineinander und sorgen dafür, dass man immer wieder gezwungen ist, seine Einschätzung zu überdenken. Für mich war kaum eine Wendung wirklich vorhersehbar, und das passiert mir bei Thrillern nicht oft.
Auch die Figuren haben mich überzeugt. Sie wirken nicht konstruiert, sondern menschlich, mit Schwächen, Unsicherheiten und inneren Konflikten. Gerade diese Grauzonen machen die Geschichte glaubwürdig und emotional greifbar. Man fiebert mit, zweifelt mit und fühlt sich stellenweise selbst unwohl bei den Fragen, die das Buch aufwirft.
Am Ende bleibt das Gefühl, einen durchdachten, spannenden und gleichzeitig emotionalen Thriller gelesen zu haben, der mehr bietet als reine Spannung. Firewatch lebt von Atmosphäre, psychologischem Druck und starken Figuren und genau das hat mich bis zur letzten Seite gehalten.

Für mich ganz klar fünf Sterne.