Ein Spiel mit Zweifel und Vertrauen

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lara2609 Avatar

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Firewatch von Colin Hadler lebt von der Kombination zweier scheinbar widersprüchlicher Genres. Aaron, der beste Freund des Protagonisten Robin, ist verschwunden und vermutlich ermordet worden. Nachdem die Polizei den Fall schließlich ad acta legt, beschließt Robin, selbst zu handeln. Er nähert sich jener Person, die Aaron zuletzt lebend gesehen hat und mit hoher Wahrscheinlichkeit der Täter sein muss: Kian, der sich im Laufe der Handlung zunehmend in Widersprüche verstrickt. Doch schon bald geraten auch Robins eigene Gedanken und inneren Stimmen ins Wanken, sodass er nicht mehr weiß, was er glauben kann - und was er fühlen darf.

Die Figuren des Romans sind sorgfältig ausgearbeitet und verfügen über komplexe Hintergründe, die ihr Handeln nachvollziehbar machen, ohne dabei auf platte Klischees zurückzugreifen. Die Handlung ist hervorragend strukturiert: Leser:innen wissen stets nur so viel wie Robin selbst und zweifeln daher gemeinsam mit ihm an Aussagen und Motiven der Menschen um ihn herum. Die Spannung wird bereits in den ersten Kapiteln aufgebaut und über die gesamte Länge des Buches auf hohem Niveau gehalten, sodass es schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen.

Auch die Liebesgeschichte fügt sich nahtlos in die Handlung ein und wirkt weder konstruiert noch fehl am Platz. Dennoch bleibt Firewatch in erster Linie ein Thriller und ist als solcher auch allen Fans des Genres absolut zu empfehlen.