Spannende Mischung aus Thriller und Liebesgeschichte

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jori1020 Avatar

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Mit 'Firewatch' wagt Colin Hadler, wie er selbst in seiner Danksagung schreibt ein "Experiment": die Verbindung eines Thrillers mit einer queeren Liebesgeschichte. Dieses Experiment ist in weiten Teilen gut gelungen. Schon das Cover mit seiner glänzenden Oberfläche ist ein echter Hingucker, doch auch die Geschichte weiß zu überzeugen.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Im „Damals“ begleiten wir Aaron, der einen Sommerjob als Firewatcher in einem kalifornischen Nationalpark annimmt. Mehrere Wochen lang lebt er abgeschieden in einem Firetower und überwacht die Umgebung auf mögliche Waldbrände. Es ist eine monotone, einsame Arbeit, fernab jeder Zivilisation; der einzige Kontakt zur Außenwelt besteht über ein Funkgerät zur Parkleitung und zum zweiten Firetower. Dort arbeitet der geheimnisvolle Kian, zu dem Aaron allein durch die Gespräche über Funk eine immer stärkere Verbindung aufbaut. Schließlich macht er sich auf den Weg zu ihm – kehrt jedoch nie zurück.
Was ist mit Aaron geschehen? Warum ist er verschwunden? Und welche Rolle spielt Kian dabei? Diesen Fragen geht im „Heute“ Aarons bester Freund Robin nach, der auch ein Jahr später nicht mit dem Verschwinden abschließen kann. Um der Wahrheit näherzukommen, trifft er eine riskante Entscheidung: Er beginnt, sich mit Aarons mutmaßlichem Mörder Kian zu daten.

Es entwickelt sich eine rasante Geschichte, in der die beiden Zeitebenen geschickt miteinander verwoben werden, inklusive überraschenden Wendungen, einer guten Portion Spannung, vielen Emotionen und auch etwas Spice. Besonders die Liebesgeschichte hat mich berührt und verleiht dem Thriller eine zusätzliche Tiefe. Zwar wirkt die Handlung stellenweise etwas konstruiert und nicht immer vollkommen plausibel, dennoch hat mich das Buch durchgehend gut unterhalten und bis zur letzten Seite gefesselt.

Ich freue mich sehr auf das nächste Buch von Colin Hadler – vielleicht ja tatsächlich einmal ein reiner Liebesroman?! 😉