Zwischen lodernden Flammen und eiskaltem Verrat

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josephine5 Avatar

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Colin Hadler hat mit „Firewatch“ einen Roman geschaffen, der das Genre New Adult Suspense auf ein neues Level hebt. Die Geschichte um Robin, der sich auf eine gefährliche Romanze mit dem geheimnisvollen Schriftsteller Kian einlässt, um den Tod seines besten Freundes Aaron zu rächen, ist ein absoluter Pageturner. Wer denkt, hier nur eine einfache Liebesgeschichte zu finden, wird von der düsteren Tiefe und den nervenzerreißenden Wendungen eiskalt erwischt.
Durch den Wechsel zwischen den Zeitebenen – Aarons Sicht „Damals“ und Robins Plan „Heute“ – entsteht ein Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Man wird selbst zum Ermittler und versucht, das Puzzle um Aarons Verschwinden zusammenzusetzen, nur um am Ende doch völlig überrascht zu werden.
Die Isolation im kalifornischen Nationalpark ist eine grandiose Kulisse. Die raue Natur und die Einsamkeit der Türme spiegeln die innere Zerrissenheit der Charaktere perfekt wider. Man spürt die Hitze und die Gefahr förmlich auf der Haut.
Die queere Romanze zwischen Robin und Kian ist alles andere als klischeehaft. Das Wechselspiel aus Misstrauen, Rachegelüsten und einer unwiderstehlichen, fast schmerzhaften Anziehung sorgt für eine unglaubliche „Tension“.
Colin Hadler schafft es, gesellschaftlich relevante Themen einzuflechten, ohne den Fokus auf die Spannung zu verlieren. Die Charaktere fühlen sich echt an, ihre Schmerzen und Zweifel sind greifbar, was dem Thriller eine seltene emotionale Resonanz verleiht.
Dieses Buch hat mich auf ganzer Linie positiv überrascht. Es ist der seltene Fall einer „Suspense Romance“, bei der weder der Nervenkitzel noch die großen Emotionen zu kurz kommen. Colin Hadler schreibt bildhaft, flüssig und mit einer Tiefe, die lange nachhallt. Ein Lesehighlight, das ich jedem ans Herz legen kann, der Lust auf ein echtes Kopfkino-Erlebnis hat.