Mal die Lage checken, bevor es eskaliert
Vorablesen gibt als möglichen Titel meines Leseeindrucks "z.B. sehr spannend" vor, und das trifft es eigentlich sehr genau! Thriller sind eigentlich nicht mein Genre, weil ich sie oft als zu überzogen und unrealistisch finde, doch hier finden wir das alltägliche Szenario eines Bahnsteigs vor, darauf Menschen mit alltäglichen Problemen: die überforderte Mutter, der Geschäftsmann vor Geschäftsabschluss (die beiden scheinen sich zu kennen, doch woher?), die Oma, die zu ihren Enkeln fährt usw. Welche dieser Personen wird sterben und warum? Die Atmosphäre heizt sich schon auf den ersten Seiten auf, es prasseln Vorwürfe auf Emma, die alte Frau erleidet einen Herzinfarkt und dann steht Mama im Gleisbett - eine völlige Eskalation der Situation ist also greifbar. Dazwischen wird man als Leser/in direkt angesprochen, wie man denn die Lage einschätzt. Das hat mich einen Moment lang irritiert, aber soll wohl auch ein Gefühl dafür geben, wenn man den verschiedensten und sonderlichsten Menschen auf einem Bahnhof begegnet: na, was haben wir hier? Was ist Vorurteil, welche Geheimnisse trägt der Mensch wirklich mit sich herum?
Das Cover passt mit seiner schlichten 5-Minuten-Anzeige perfekt zu Titel und Plot - den Rest muss man sich selber denken!
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