Time is running out

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tobi89 Avatar

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Verrate uns deinen ersten Eindruck über das Buch:
Das Ding zieht einen ab der ersten Sekunde mit einem verdammt cleveren, fast schon klinischen Spannungsaufbau rein. Diese eiskalte, sekundenweise Sezierung eines drohenden Unglücks auf dem Bahnsteig hat eine enorme atmosphärische Wucht und erinnert an die dichte, psychologische Schärfe eines Stephen King.
Wie gut gefällt dir das Buchcover, der Schreibstil, der Spannungsaufbau in der Leseprobe und die bisher vorgestellten Charaktere:
Das Cover ist mit seiner fetten, minimalistischen Typografie extrem plakativ und fängt das nackte Thema des Zeitdrucks gut ein. Der Schreibstil ist erfreulich direkt, verzichtet komplett auf geschwollenes Bla-Bla und nutzt eine fast schon mathematisch-präzise Erzählstimme, die jede Sekunde und jede Hundertstelsekunde der menschlichen Psyche scannt. Der Spannungsaufbau ist absolut genial konstruiert – dieses permanente Ticken und die Vorwegnahme des Todesfalls erzeugen sofort einen Sog. Die Charaktere überzeugen mich auf Anhieb, weil sie eben keine perfekten Vorzeige-Figuren sind: Die moralischen Graustufen der erschöpften Mutter Emma, die für einen Sekundenbruchteil mit dem Verlust ihres Kindes sympathisiert, oder der narzisstische Geschäftsmann Liam besitzen echte, ungeschönte Substanz statt platter Klischees. Einziger Kritikpunkt: Die Einschübe über die Durchschnittspendler „Rückenproblem“ und „To-do-Liste“ nehmen kurz vor dem Finale etwas zu viel Tempo raus und wirken fast ein bisschen zu bemüht zynisch, fangen sich aber durch die psychologische Treffsicherheit wieder.
Was erwartest du von der Geschichte und warum würdest du das Buch gerne weiterlesen:
Ich erwarte hier ein messerscharf konstruiertes, charaktergetriebenes Drama, das die komplexen, neurobiologischen und psychologischen Reaktionen von Menschen in absoluten Ausnahmesituationen fundiert seziert. Ich will das Buch unbedingt weiterlesen, weil dieses logische, fast schon deterministische Geflecht aus Ursache und Wirkung eine brutale Neugier weckt, wer am Ende um 7:06 Uhr auf den Schienen liegen bleibt und wie die Beteiligten mit dieser mentalen Last weiterleben.