Abgründe

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obilot Avatar

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Fünf Menschen stehen an einem Bahnsteig. Eines ist schon am Anfang der Handlung klar. Einer von gleich sterben. Doch wer wird es sein? Diese Frage wird – obwohl die ganze Handlung nur wenige Minuten dauert – erst ganz am Ende des Romans beantwortet.

Zunächst wird die Situation am Bahnsteig in einer Rahmenhandlung in allen Details erörtert. In langen Einschüben wird dann jeweils das Leben jeder einzelnen dieser Personen unter die Lupe genommen. Mit der Zeit bildet man sich bereits sein Urteil, wenn es trifft oder treffen sollte. Doch die Autorin weiß, für wen wir uns entscheiden.

Ich fand den Thriller interessant, da er etliche ungewöhnliche Stilmittel enthält, die ihn aus der Masse herausheben. Einerseits wird der Leser immer wieder direkt angesprochen. Außerdem handelt es sich nicht um einen actionreichen Thriller bei dem dauern etwas anderes passiert, sondern der Fokus wird auf das psychologische Innenleben der fünf Protagonisten gelegt, dagegen bleiben einige weitere Passanten, von denen auch im Buch berichtet wird, weitgehend anonym. Alle diese Figuren verbergen Abgründe in sich, die man so nicht erahnt hätte. Vor allem die Geschichte von Mrs. Worth ist schockierend. Schlussendlich ist auch die Besonderheit, dass der Tod am Ende des Romans eintritt und dass die ganze Handlung nur wenige Minuten dauert herauszuheben. Trotz der ungewöhnlichen Erzählweise fand ich den Thriller dennoch sehr spannend. Man wird in jedem Kapitel wieder aufs Neue überrascht.

Das nette Titelbild täuscht über den Inhalt. Cover und Titel beziehen sich lediglich auf die besondere Zeitdarstellung des Romans. Die Abgründe hinter den Betroffenen werden hier nicht thematisiert