Die letzten Minuten des Lebens von...?

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maza_e_keqe Avatar

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Ein Vorstadtbahnhof in der Nähe von London an einem ganz normalen Werktag. Ganz normale Menschen warten auf den nächsten Zug in die Innenstadt, der in 5 min einfahren soll. Die allwissende Erzählerin (in meinem Kopf ist die Stimme weiblich, gleichgesetzt mit der Autorin) stellt uns 5 Personen näher vor, die auf Bahnsteig 1 warten: Emma, ihren 6-jährigen Sohn Gideon, den Geschäftsmann Liam, den Mittzwanziger Sonny und die über 70-jährige Mrs Worth. Eine dieser Personen wird sterben, wenn der Zug einfährt. Aber wer und warum?
Ich fand das Buch von Anfang an und bis zum Ende sehr spannend. Das Ungewöhnliche am Erzählstil ist, dass ich beim Lesen direkt angesprochen werde. Auf diese Art fühlte ich mich dem Geschehen noch etwas stärker verbunden.
Aber auch die Hintergrundgeschichten der wirklich sehr unterschiedlichen Hauptfiguren sind so tiefsinnig und vielschichtig, dass sie mir so manches Mal sehr nahe gingen. Die Sympathien für die Figuren wechselten nach jedem Kapitel. Mir hat auch besonders gut gefallen, dass ich zum Abschluss des Buches hin noch etwas über den weiteren Verlauf des Lebens einiger Figuren nach der Szene am Bahnhof erfahre. Das rundet für mich die Geschichte ab.
Die Erkenntnis, die mir schon nach den ersten Kapiteln bewusstwurde, ist ein Fakt, der leider im hektischen Alltag und bei oberflächlicher Betrachtung vergessen wird: jeder Mensch, dem wir begegnen, hat seine eigene Geschichte, die wir nicht kennen. Darum sollten wir nach Möglichkeit nicht über fremde Personen urteilen.
Dazu fällt mir ein Zitat ein, das ein gutes Lebensmotto sein kann: In einer Welt, in der du alles sein kannst, sei freundlich.