Ein bevorstehender Todesfall! Wer wird sterben?
In diesem Roman geht es um fünf Menschen, die sich zur selben Zeit am Bahnsteig in London befinden – denn einer von ihnen wird sterben. In wenigen Minuten trifft ihr Zug ein.
Eigentlich sind acht Personen beteiligt, aber der Fokus liegt auf fünf von ihnen: Eine traumatisierte, ehemalige forensische Pathologin, bereits pensioniert und auf dem Weg zu einer Beerdigung.
Eine überforderte Mutter mit ihrem kleinen Sohn.
Ein Geschäftsmann.
Ein spielsüchtiger junger Mann.
Jeden von ihnen lernt man näher kennen. Man taucht in ihr bisheriges Leben ein, in ihre Kindheit, ihre Krisen, und entwickelt dabei Sympathie für sie – oder nicht.
Beim Lesen stellt sich natürlich die Frage: Wer von ihnen wird sterben? Und wie kommt es dazu? Die filmischen Szenen am Bahnhof sind dramatisch beschrieben. Sie bilden den spannenden Teil des Buches, während sich die Zeit auszudehnen scheint. Jedes Detail wird betrachtet, ausgewertet, sodass man sich alles gut vorstellen kann. Man fühlt die Dringlichkeit, erhält Hintergrundinformationen und hat das Gefühl, den Überblick zu behalten. Erst ganz zum Schluss wird das Geheimnis gelüftet, wer gestorben ist.
Die Erzählweise fand ich erfrischend: ein unverblümter Erzähler, der einen mitnimmt, direkt anspricht, und schonungslos mögliche eigene Überlegungen sowie Gedanken entlarvt. Was weiß man? Was weiß man nicht?
Ich musste mich erst daran gewöhnen, aber spätestens bei der Lebensgeschichte der Pathologin Mrs. Wight hat es mich gepackt. Mir gefiel die ungewöhnliche Herangehensweise: Zunächst wusste ich nicht, wozu ich all die teilweise bedrückenden Details über die Figuren eigentlich brauche. Doch genau das half, eine Verbindung zu ihnen aufzubauen und den Blick für ihre Komplexität zu schärfen.
Besonders beeindruckend ist, wie viele zeitgemäße Themen in das Buch eingeflossen sind und wie intensiv die Autorin Ilona Bannister recherchiert hat. Sie setzt Fachbegriffe gezielt sparsam ein und umschreibt stattdessen die Dinge so, dass man auch dann gut folgen kann, wenn man sie nicht sofort einordnen kann.
Schade fand ich, dass die fünf abgebildeten Personen auf den ersten Seiten nicht mit den Beschreibungen in der Handlung übereinstimmen. Vermutlich sollte damit nur eine grobe Richtung vorgegeben werden. Da es im Buch jedoch auf Details ankommt, hätte ich mir diese Genauigkeit auch bei der Gestaltung gewünscht.
Es ist kein packender Thriller, sondern ein Roman – ein menschliches Puzzle, das fünf Personen zu einem Ereignis zusammenführt, das sie verbindet. Das Rätsel, welcher Todesfall zu beklagen sein wird, mag zwar der rote Faden sein, doch im Kern geht es um das Menschsein und um tragische Schicksale – und genau deshalb hat mir das Ende so zugesagt.
Für alle, die unvorhersehbare Wendungen und Geheimnisse lieben – aber keinen Thriller wollen – und sich gleichzeitig für menschliche Schicksale, vielfältige Charaktere sowie kurze, prägnante Lebensgeschichten begeistern, ist dieses Buch eine lohnende Lektüre.
Eigentlich sind acht Personen beteiligt, aber der Fokus liegt auf fünf von ihnen: Eine traumatisierte, ehemalige forensische Pathologin, bereits pensioniert und auf dem Weg zu einer Beerdigung.
Eine überforderte Mutter mit ihrem kleinen Sohn.
Ein Geschäftsmann.
Ein spielsüchtiger junger Mann.
Jeden von ihnen lernt man näher kennen. Man taucht in ihr bisheriges Leben ein, in ihre Kindheit, ihre Krisen, und entwickelt dabei Sympathie für sie – oder nicht.
Beim Lesen stellt sich natürlich die Frage: Wer von ihnen wird sterben? Und wie kommt es dazu? Die filmischen Szenen am Bahnhof sind dramatisch beschrieben. Sie bilden den spannenden Teil des Buches, während sich die Zeit auszudehnen scheint. Jedes Detail wird betrachtet, ausgewertet, sodass man sich alles gut vorstellen kann. Man fühlt die Dringlichkeit, erhält Hintergrundinformationen und hat das Gefühl, den Überblick zu behalten. Erst ganz zum Schluss wird das Geheimnis gelüftet, wer gestorben ist.
Die Erzählweise fand ich erfrischend: ein unverblümter Erzähler, der einen mitnimmt, direkt anspricht, und schonungslos mögliche eigene Überlegungen sowie Gedanken entlarvt. Was weiß man? Was weiß man nicht?
Ich musste mich erst daran gewöhnen, aber spätestens bei der Lebensgeschichte der Pathologin Mrs. Wight hat es mich gepackt. Mir gefiel die ungewöhnliche Herangehensweise: Zunächst wusste ich nicht, wozu ich all die teilweise bedrückenden Details über die Figuren eigentlich brauche. Doch genau das half, eine Verbindung zu ihnen aufzubauen und den Blick für ihre Komplexität zu schärfen.
Besonders beeindruckend ist, wie viele zeitgemäße Themen in das Buch eingeflossen sind und wie intensiv die Autorin Ilona Bannister recherchiert hat. Sie setzt Fachbegriffe gezielt sparsam ein und umschreibt stattdessen die Dinge so, dass man auch dann gut folgen kann, wenn man sie nicht sofort einordnen kann.
Schade fand ich, dass die fünf abgebildeten Personen auf den ersten Seiten nicht mit den Beschreibungen in der Handlung übereinstimmen. Vermutlich sollte damit nur eine grobe Richtung vorgegeben werden. Da es im Buch jedoch auf Details ankommt, hätte ich mir diese Genauigkeit auch bei der Gestaltung gewünscht.
Es ist kein packender Thriller, sondern ein Roman – ein menschliches Puzzle, das fünf Personen zu einem Ereignis zusammenführt, das sie verbindet. Das Rätsel, welcher Todesfall zu beklagen sein wird, mag zwar der rote Faden sein, doch im Kern geht es um das Menschsein und um tragische Schicksale – und genau deshalb hat mir das Ende so zugesagt.
Für alle, die unvorhersehbare Wendungen und Geheimnisse lieben – aber keinen Thriller wollen – und sich gleichzeitig für menschliche Schicksale, vielfältige Charaktere sowie kurze, prägnante Lebensgeschichten begeistern, ist dieses Buch eine lohnende Lektüre.