Entscheidung in fünf Minuten
Vorneweg muss ich sagen, dass mir die Bewertung echt schwer fällt. Ich persönlich hatte komplett andere Erwartungen an die Geschichte. Daher habe ich eine Weile gebraucht, um zu verstehen, was die Autorin mit diesem Buch bezwecken will. Ich empfinde die Geschichte fast schon als Fallstudie. Aufgebaut ist das Buch leicht verständlich. In mehreren Abschnitten bekommt man von einem allwissenden Erzähler geschildert, was am Bahnhof vor sich geht und danach wird immer einer der fünf Charaktere näher beleuchtet, von denen einer am Ende sterben wird. So kann sich der Leser einen Einblick in deren Leben verschaffen und Hintergründe ihrer Handlung verstehen. Man sollte nicht erwarten, dass man viel Sympathie für die Personen empfindet. Am Ende wird aufgelöst und man bekommt noch geschildert, wie es mit den Personen weiterging. Geschrieben hat die Autorin mit sehr schwarzem, britischem Humor. Mir hat überhaupt nicht gefallen, dass sie dem Leser Gedanken in den Sinn ruft, die er vorher gar nicht hatte. Das grenzte irgendwie schon an Bevormundung. Außerdem fand ich das Nachwort nicht gut, da hat sie bei mir keine Sympathiepunkte gesammelt. Ich habe von Anfang an niemandem den Tod gewünscht und auch am Ende war das Unglück wirklich tragisch. Das Buch spaltet definitiv die Lesermeinungen. Es ist eine sehr ungewöhnliche Geschichte, die ich so noch nie gelesen habe. Die Buchidee ist genial, aber über die Umsetzung kann man streiten.