Pageturner mit Längen
Fünf Menschen warten an einem Londoner Vorortbahnhof auf den Zug. Die Uhr tickt gnadenlos herunter: In fünf Minuten wird eine/r von ihnen sterben. Während des Wartens erfährt der Leser mehr über die teils tief vergrabenen Geheimnisse und moralischen Abgründe der Wartenden.
Der Autorin gelingt es, eine klaustrophobische und extrem dichte Stimmung aufzubauen. Man spürt das Ticken der Zeit förmlich beim Umblättern der Seiten – und man muss einfach umblättern, weil man wissen will, wen es trifft und warum. Dazu trägt auch der dynamische Erzählstil bei, bei dem der Leser direkt angesprochen und immer tiefer in die Handlung hineingezogen wird. Man ist nicht nur Zuschauer, sondern wird unweigerlich auch in die Rolle eines Richters gedrängt, der über die Personen urteilen muss – und sich mit den eigenen Wert- und Moralvorstellungen konfrontiert sieht. Kurze Kapitel und geschickt platzierte Cliffhanger sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Die fünf Protagonisten sind vielschichtig gezeichnet, wirken teilweise leider etwas überzeichnet. Denn um die moralischen Konflikte zuzuspitzen, werden so einige Klischees bemüht – vom unausstehlichen, egozentrischen Geschäftsmann bis zur völlig überforderten Mutter. Zudem sind die Schicksale in gewisser Weise miteinander verwoben, was stellenweise ein wenig konstruiert wirkt und dazu führt, dass man immer kurz davor ist, den Faden zu verlieren. Erst am Ende laufen die Fäden wieder logisch und zugleich unvorhersehbar zusammen.
Obwohl die Geschichte auf einem rasanten 5-Minuten-Countdown basiert, wird dieses Echtzeit-Gefühl durch die sehr ausführlichen Hintergrundgeschichten immer wieder ausgebremst. Dadurch verliert die Geschichte leider gelegentlich die Dynamik.
Dennoch: Wer über die Längen in den Rückblenden und die klischeehaften Charaktere hinwegsehen kann, wird mit einem cleveren und vor allem recht unblutigen Charakterdrama belohnt; moralische Zwickmühlen inklusive.
Der Autorin gelingt es, eine klaustrophobische und extrem dichte Stimmung aufzubauen. Man spürt das Ticken der Zeit förmlich beim Umblättern der Seiten – und man muss einfach umblättern, weil man wissen will, wen es trifft und warum. Dazu trägt auch der dynamische Erzählstil bei, bei dem der Leser direkt angesprochen und immer tiefer in die Handlung hineingezogen wird. Man ist nicht nur Zuschauer, sondern wird unweigerlich auch in die Rolle eines Richters gedrängt, der über die Personen urteilen muss – und sich mit den eigenen Wert- und Moralvorstellungen konfrontiert sieht. Kurze Kapitel und geschickt platzierte Cliffhanger sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Die fünf Protagonisten sind vielschichtig gezeichnet, wirken teilweise leider etwas überzeichnet. Denn um die moralischen Konflikte zuzuspitzen, werden so einige Klischees bemüht – vom unausstehlichen, egozentrischen Geschäftsmann bis zur völlig überforderten Mutter. Zudem sind die Schicksale in gewisser Weise miteinander verwoben, was stellenweise ein wenig konstruiert wirkt und dazu führt, dass man immer kurz davor ist, den Faden zu verlieren. Erst am Ende laufen die Fäden wieder logisch und zugleich unvorhersehbar zusammen.
Obwohl die Geschichte auf einem rasanten 5-Minuten-Countdown basiert, wird dieses Echtzeit-Gefühl durch die sehr ausführlichen Hintergrundgeschichten immer wieder ausgebremst. Dadurch verliert die Geschichte leider gelegentlich die Dynamik.
Dennoch: Wer über die Längen in den Rückblenden und die klischeehaften Charaktere hinwegsehen kann, wird mit einem cleveren und vor allem recht unblutigen Charakterdrama belohnt; moralische Zwickmühlen inklusive.