Wenn fünf Leben kollidieren

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buchkrimi Avatar

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Ein Bahnsteig, fünf Menschen, fünf Minuten – eigentlich ein grandioser Ansatz für einen nervenaufreibenden Pageturner. Doch Ilona Bannister verliert sich für meinen Geschmack zu sehr in den einzelnen Schicksalen. Die Figuren wirken zwar vielschichtig, aber ihre Dramen werden so dicht hintereinandergelegt, dass die emotionale Wucht verpufft. Statt beklemmender Spannung entsteht ein Gefühl von Überfrachtung, fast wie ein Kaleidoskop aus Tragödien, das sich nicht zu einem stimmigen Gesamtbild fügt.

Der Countdown, der das Buch tragen soll, erzeugt zwar punktuell Druck, doch die Handlung bleibt erstaunlich vorhersehbar. Die Eskalation am Bahnsteig wirkt eher inszeniert als organisch, und manche Wendungen fühlen sich konstruiert an – als müssten sie unbedingt schockieren, statt sich aus der Geschichte heraus zu entwickeln.

Was bleibt, ist ein Roman, der viel will: psychologische Tiefe, gesellschaftliche Themen, Thriller‑Tempo. Doch genau daran scheitert er. Die Figuren berühren, aber nicht nachhaltig. Die Spannung steigt, aber nicht konstant. Und das große Geheimnis, das alles zusammenhält, entfaltet leider nicht die erhoffte Wucht.