Nicht ganz so ergreifend wie der erste Band

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joschik256 Avatar

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Im zweiten Teil der China-Duologie begleiten wir die Autorin Jung Chang bei ihrem Weg aus dem maoistischen China in das westliche Großbritannien.
Wie auch schon im ersten Teil werden viele historische Anekdoten eingestreut. Für mich springt die Autorin ein wenig zu sehr zwischen verschiedenen Akteur*innen und Zeitebenen. Es liest sich teilweise ein wenig, als hätte sie am liebsten nochmal den ersten Band „Wilde Schwäne“ geschrieben. Zu Beginn wird in Rückblenden erzählt, wie es war im China unter Mao aufzuwachsen. Später nimmt die Arbeit für eine Biographie über Mao einen großen Teil des Buches ein. Ich verstehe natürlich, dass diese Zeit für das moderne China einen sehr wichtigen Einfluss hatte und natürlich auch auf das persönliche Leben der Autorin. Ich hätte mir aber dennoch ein wenig mehr Abgrenzung bzw. Fortsetzung zum ersten Band gewünscht und gerne tiefere, auf weniger Charaktere begrenzte Schilderungen über die neueren Entwicklungen in China. Das persönliche, intim private kommt mir auch ein wenig zu kurz. Über wichtige Beziehungen wird eher oberflächlich berichtet und die Mutter-Tochter-Beziehung wirkt für mich etwas idealisiert und nicht ganz authentisch ausgeschmückt.
Trotz allem sind die Einblicke in die Entwicklung dieses mächtigen und beängstigenden Landes sehr wertvoll und lehrreich. Ich würde aber auf jeden Fall empfehlen, zuerst den ersten Band zu lesen.