Ein Mädchen wie ein Regentag

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kat-yes Avatar

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Auf Anhieb hat mich „Flora Brimble und der verlorene Frühling“ in seine leise, melancholische Welt hineingezogen. Die Atmosphäre ist dicht und poetisch – der ausbleibende Frühling, das graue Küstendorf und Floras Einsamkeit greifen spürbar ineinander. Ich habe sofort mit der sensiblen Flora mitgefühlt, die Trost in Geschichten sucht und deren Fantasie ihr einziger Zufluchtsort ist.

Besonders berührt hat mich die Idee der magischen Tinte in Atlantis-Blau: Sie steht für Hoffnung, Kreativität und die Kraft des Erzählens. Als sie verloren geht, fühlt sich das nicht nur wie ein kleiner Akt der Grausamkeit an, sondern wie ein tiefer Einschnitt in Floras Innerstes.

Gleichzeitig schimmert unter allem Schmerz immer wieder ein feiner Humor und eine große Zärtlichkeit für sonderbare Figuren durch – allen voran der exzentrische Großvater, der die Grenze zwischen Märchen und Wirklichkeit verschwimmen lässt.

Der Schreibstil ist bildhaft, warm und voller liebevoller Details. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, durch einen leicht verzauberten Nebel zu gehen, in dem jederzeit etwas Wunderbares oder auch Unheimliches passieren kann. Diese Mischung aus Realismus, leiser Traurigkeit und märchenhafter Magie hat mich sehr angesprochen und neugierig auf alles gemacht, was noch kommt.

Absolut hinreißend finde ich auch das Cover. Genau so stelle ich mir Flora vor. Allein ihr Blick spricht Bände.