Mal was anderes

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missolaya Avatar

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Die Leseprobe von Flora Brimble entfaltet von der ersten Seite an einen märchenhaften, leicht verschrobenen Ton, der gleichzeitig warm und melancholisch wirkt. Die Erzählstimme spricht die Leser direkt an und spielt charmant mit Sprache und Bildern. Besonders die Beschreibung von Rye mit seinem salzigen Wind und den grauen, fast bleiernen Frühlingstagen schafft sofort eine dichte Atmosphäre.

Flora selbst ist eine stille, verletzliche Figur, die man schnell ins Herz schließt. Ihre Liebe zum Schreiben und die besondere Bedeutung der geheimnisvollen Tinte geben der Geschichte eine magische Note, ohne dabei überladen zu wirken. Der Kontrast zwischen ihrer tristen Realität, Armut, Krankheit des Vaters, Ausgrenzung, und ihrer farbenfrohen Fantasiewelt rund um Harriet ist berührend und klug erzählt.

Auch die Nebenfiguren sind liebevoll und skurril gezeichnet, vor allem der eigenwillige Großvater mit seiner wunderlichen Waldbehausung. Humor und Melancholie liegen hier nah beieinander, sodass man immer wieder schmunzeln muss, obwohl die Grundstimmung eher düster ist.

Insgesamt verspricht die Leseprobe ein fantasievolles, poetisches Abenteuer mit Herz, Magie und einer Heldin, deren Stärke leise, aber spürbar ist. Man möchte sofort weiterlesen, um herauszufinden, wohin Floras Geschichte sie führen wird.