Magisch-märchenhaftes Abenteuer

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"Flora Brimble und der verlorene Frühling" von Marcus Raffel ist ein Fantasybuch für Kinder ab etwa 10 Jahren, das ich unbedingt selbst lesen musste. Dabei sind nicht nur das Cover und der Farbschnitt wunderschön, auch der Schreibstil und die Fantasie haben mich von der ersten Seite an begeistert.
Flora Brimble lebt in ärmlichen Verhältnissen mit ihrem Vater. Dieses Jahr scheint der Winter kein Ende zu nehmen zu und nachdem ihr Vater schwer erkrankt, begibt sich Flora auf die Suche nach der Maikönigin, die den Frühling zurückbringen soll. Dabei stolpert sie in eine unglaubliche Geschichte, die aus ihrer eigenen Feder stammen könnte, denn Flora liebt es, sich selbst Geschichten auszudenken.
Die Erzählweise ist märchenhaft, teilweise philosophisch und sehr bildhaft, was mir sehr gut gefallen hat. Die Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit verschwimmen. Die Realität ist nicht mehr das, was sie zu sein scheint. Gleichzeitig gibt es eine allwissende Erzählstimme, die gekonnt durch dieses ideenreich verschlungene Abenteuer führt.
Auch die Figuren haben mir ausgesprochen gut gefallen: Flora, die voller Mut steckt, aber doch zweifelt und Hoffnung braucht; Parzival, ein schlaues Eichhörnchen, das eigentlich immer alles weiß, auch dass es etwas nicht weiß; Grisold, ein Kobold, bei dem man sich nicht sicher sein kann, ob er vertrauensvoll ist und Harriet, die auch im Angesicht von Gefahren fröhlich bleibt. Darüber hinaus mochte ich auch die düsteren Figuren und magischen Gestalten, die diese Geschichte bevölkern.
"Flora Brimble und der verlorene Frühling" ist auf jeden Fall ein besonderes Fantasybuch, das sich durch den außergewöhnlichen Erzählstil, die philosophischen Ideen und ein fantasievolles Abenteuer von anderen Büchern des Genres abhebt. Ich habe gerade angefangen, das Buch meinen Kindern vorzulesen und auch sie sind absolut begeistert. Wir nehmen uns aber ausreichend Zeit, denn es ist eine besondere Geschichte, die man nicht an einem Abend gelesen hat.